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Lesen gehört zu meinen großen Leidenschaften.

An dieser Stelle möchte ich die aktuellen, von mir gelesenen Bücher vorstellen. Da ich nicht alle meine Bücher hier vorstellen kann, beginne ich mit den von mir gekauften (oder geschenkten) Bücher aus der letzten Zeit. Die Liste wird immer wieder aktualisiert.

                       Meine persönliche Wertung: 1 bis 6 Sterne (6 Sterne ist die höchste Bestnote)   (US) ist mein Kommentar.

 

Mieses Karma****                   David Safier

Aus der Amazon.de-Redaktion. Die Nacht der Sterne naht, etwas anders als gedacht vielleicht. Kim Lange, Deutschlands wichtigster Polittalkshow-Moderatorin, soll der Deutsche Fernsehpreis verliehen werden. Nach peinlicher Pobacken-Pannenveranstaltung zwischen Wickert und Verona, folgt der endgültige Absturz auf dem Fuße. Dass ausgerechnet das Waschbecken einer herabstürzenden russischen Raumstation einen unserer brilliantesten Showköpfe kürzt, gehört zum Humorprogramm dieses Romans. Dann aber: „Der Tag an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht“. Gottseidank! Wir atmen auf. Die witzig-scharfzüngige Kim lebt weiter unter uns. Und dies darf durchaus wörtlich genommen werden!

Gleißendes Licht, Leben im Schnellrücklauf, Tunnelblick. Alles wie gehabt. Dann allerdings wird’s schwer kafkaesk. Sechs Beinchen? Rundes Köpfchen? Extrem lange Fühler? Kim Lange erkennt sich kaum wieder. Von der attraktiven Talklady zur gemeinen Ameise geschrumpft! Schuld war nur das böse Karma. Der große Ameisenbuddha tritt erklärend auf und tröstet: Echte Bösewichte, vom Schlage eines Hitler und Co., müssten gar als wiedergeborene Darmbakterien Buße tun. Kein rechter Trost für eine frisch Reinkarnierte. Und ab geht’s zur Fronarbeit in einen Ameisenhügel.

(US) Auf so eine Geschichte muss man erst mal kommen. Nach dem Tod eine Reinkarnation als Ameise, Hamster, Regenwurm oder Hund (usw) zu erleben,ist schon eine schräge Story. Aber es bringt wirklich Spaß, die vielen Leben der Kim Lange zu verfolgen. Ein ständiges Schmunzeln von der ersten bis zur letrzten Seite läßt sich nicht vermeiden.

Robert A. Heinlein****           Starship Troopers

Aus der Amazon.de-Redaktion Robert A. Heinleins Roman Starship Troopers teilt die SF-Gemeinde in zwei Lager. Die einen sind schockiert von der Glorifizierung des Militarismus und einer Moralphilosophie, die mit aller (physischen) Härte gesellschaftsschädigendes Verhalten im Keim zu ersticken versucht. Die anderen sind fasziniert von einer Geschichte, die High-Tech mit sauberen, perfekten Helden paart.

Konzipiert als Jugendroman bietet Staarship Troopers jederzeit genug Lese- und Zündstoff, um anhand Heinlein's politischem und moralischen Gesellschaftsentwurf seinen eigenen ethischen Standpunkt definieren zu können.

Jeder aufgeklärte Leser kann mit Starship Troopers ein spannendes und stilistisch hochwertiges Meisterwerk des wichtigsten amerikanischen SF-Autors genießen, welches über Jahrzehnte die Gemüter erhitzte und dessen Thematik bis heute nichts von seiner Brisanz verloren hat.-- Andreas Kerschner

Kurzbeschreibung Die Menschheit befindet sich ein einem unerbittlichen Krieg mit den Bugs, Insektenwesen aus den Tiefen des Weltalls, einem Krieg, der alle Lebensbereiche durchdringt. Die Bürgerrechte werden auf der Erde nur jenem zugesprochen, der seinen Militärdienst geleistet hat. Auch die Soldaten an Bord der Rodger Young müssen in den Kampf zeihen. Sie sind Starship Troopers, die Infanteristen in diesem galaktischen Konflikt, und sie trifft der Schrecken, die Einsamkeit und die Angst am härtesten ... 1959 erhielt Robert Heinlein für diesen Roman den Hugo Award, einen der international bedeutendsten Preise der Science Fiction. Seit seinem Erscheinen löst er immer wieder heftige Diskussionen aus. Eines ist jedoch sicher: Er ist einer der spannendsten Romane des Autors und zählt zu seinen Schlüsselwerken. Aufwendig fürs Kino verfilmt wurde das Buch Ende der 90er Jahre von Paul Verhoeven.

(US) Seid meiner Jugendzeit habe ich immer gerne SF-Romane von Heinlein gelesen. Dieses Buch möchte ich nicht beurteilen, dazu ist der Stoff zu brisant. Man bedenke aber, das Buch wurde 1959 geschrieben. Damals waren die Moralvorstellungen völlig anders als heute.  Aber sollte das Buch lesen.

Feindesland****                         Einar Kárason

Kurzbeschreibung Eine lebenspralle Saga aus dem historischen Island von Einar Kárason, dem John Irving des Nordens.

Island im Jahre 1238. Zwei rivalisierende Clans kämpfen um die Vorherrschaft im Land. Blutige Gemetzel und politische Intrigen sind an der Tagesordnung, die Bevölkerung ist in Schrecken erstarrt. Der junge Thordur ist der letzte seiner Sippe. Wird es ihm gelingen, seine Familie zu rächen und seine Feinde zu besiegen?
(US) Ein spannendes Buch über den Kampf zweier rivalisieren Familien über die Vorherrschaft auf Island. Die Geschichte erzählen die jeweils wichtigen Protagonisten aus ihrer Sicht. Ungewöhnlich, aber gut.

Der Geschichtenerzähler***** Mario Vargas Llosa

Pressestimmen »Der deutsche Leser, der mit liebender Neugierde über Grenzen zu treten bereit ist, um mit dem Autor ein Stück Urlandschaft seines Landes zu entdecken, die im Unbewußten des weißen Städters unerforscht ruhte, wird einen Gewinn buchen und vielleicht an Hamlets Worte zu seinem Freund denken: >Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.<« (Curt Meyer-Clason )

Kurzbeschreibung: Seit seiner ersten Reise nach Yarinacocha, an einem schwer erreichbaren Seitenarm des Amazonas gelegen, fühlt sich der peruanische Autor Mario Varga Llosa von der Welt der Urwaldindianer in Bann geschlagen. Besonders faszinierend ist für ihn die Gestalt des Geschichtenerzählers. Von Zeit zu Zeit taucht dieser auf, und die Stammesangehörigen lauschen nächtelang seinen Erzählungen und Mythen. Im Verlauf einer äußerst spannenden Romanerzählung versucht der Autor, die Funktion des Geschichtenerzählers zu ergründen. Ist er der Bewahrer letzter Weisheiten, unentbehrlich für das Selbstverständnis einer Kulturgemeinschaft, die um ihr Leben kämpft?

(US) Ein faszinierendes Buch über die Ureinwohner Perus im Amazonasbecken. Wie ist die Welt der Ureinwohner nach ihrem Glauben entstanden. Welche Götter und Dämonen lenken sie. Unglaublich einfühlsam.

Der Koch****                                   Martin Suter

kulturnews.de Maravan ist tamilischer Asylant, der mit aphrodisischen Menüs die Potenzprobleme der Züricher Hochfinanz verkocht. Als Zwischengänge gibt es Waffenschieberei, die Bankenkrise erreicht ihren Kulminationspunkt, und durch den Asylanten Maravan erfährt man viel Eindringliches über den Bürgerkrieg in seiner Heimat in Sri Lanka. Martin Suters Problem: Er liefert uns zu viele Gänge, und am Ende sind wir überfressen an unterschiedlichsten Geschichten. Was soll der Blick ins Wohnzimmer eines internationalen Vermittlers und Waffenschiebers? Viel mehr hätte interessiert, wie das Agieren der tamilischen Widerstandsbewegung in der Schweiz im Detail funktioniert. Aber dafür ist Suter halt doch zu sehr in die Schweizier Hochfinanz verliebt. Klares Kaufargument für den neuen Suter hingegen ist, dass im Anhang alle Rezepte zum Love Menu stehen, mit dem Maravan das Liebesleben der High Society Zürichs nach vorne bringt. Aber ob's ohne den genialen Koch wirkt?

(US) Ich kann dem Kommentar von "kulturnews.de" wenig hinzufügen. Aber es bringt Spaß dieses Buch zu lesen. Eben ein Suter.

Marina ***                                        Carlos Ruiz Zafón

Aus der Amazon.de-Redaktion 

Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine." So beginnt Óscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern.
Gemeinsam werden die beiden in das düstere Geheimnis um den ehemals reichsten Mann Barcelonas gesogen. Schmerz und Trauer, Wut und Größenwahn reißen sie mit sich, eine höllische Verbindung von vernichtender Kraft. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis. Als Óscar schließlich dahinterkommt, ist es das jähe Ende seiner Jugend.
In Marina beschwört Carlos Ruiz Zafón erstmals sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft.

(US) Dieses frühe Buch von Zafón hat nicht meine Erwartungen erfüllt. Wer den Roman "Der dunkle Wächter" gelesen hat stellt fest, dass die Grundidee (böse Puppen, lebende Tote usw.) übernommen wurde. Nur der Standort war jetzt in Barcelona. Die manchmal übertriebene Sprache (brüllende Gullys oder ähnlich) hat mich wieder mal gestört. Im letzten Drittel des Romans mutiert das Buch zum Horrortrip. Die feinen, wunderbaren Nuancen von "Schatten des Windes" vermisst man total.

Die Catilina-Verschwörung***    John Maddox Roberts

 Aus der Amazon.de-Redaktion 

Der zweite Band aus der beliebten SPQR-Serie

Spannende Kriminalfälle und farbenprächtige Beschreibungen des antiken römischen Lebens

In der mächtigen Römischen Republik herrscht Friede, nur in den Straßen Roms fließt das Blut. Als ein Bankier und ein Bauunternehmer ermordet aufgefunden werden, erkennt Decius Caecilius Metellus, der Kommandeur der hauptstädtischen Polizei, die bedrohlichen Zeichen einer Verschwörung, die ihre Wurzeln im Zentrum der Macht hat ...
(US) Ein unterhaltsamer Roman aus dem alten Rom. Wer allerdings nicht bei jedem lateinischen Wort im Glossar nachsehen will, der sollte Grundkenntnisse in Latein haben.

Der Chinese****    Henning Mankell

kulturnews.de Herr Mankell ist immer up to date. Nachdem der schwedische Krimigott sich in seinen letzten Romanen ausschließlich den Ländern und Problemen Afrikas widmete und 2006 mit "Die italienischen Schuhe" ein gemütliches Werk übers Altwerden dazwischenschob, ist das Thema seines aktuellen Buchs "Der Chinese" das Land der Olympischen Spiele. Alles beginnt in einem kleinen schwedischen Dorf: Innerhalb einer Nacht werden in Hudiksvall 18 der 21 Dorfbewohner bestialisch ermordet, die Polizei ist überfordert und ratlos. Bis die Richterin Birgitta Roslin aus Helsingborg auf den Fall aufmerksam wird, weil unter den Toten die Stiefeltern ihrer Mutter sind. Ihre Recherchen führen sie nach Peking - hier lebt offensichtlich der Täter, der obendrein eine Familie aus Nevada auf dem Gewissen hat. Die Passagen, in denen sich Mankell mit dem Massenmord in Schweden auseinandersetzt, sind zwar konventioneller Krimistoff. Dafür aber brilliert der Wahlmosambiker mit plastischen Beschreibungen des Lebens im China des späten 19. Jahrhunderts, mit Ausflügen ins Amerika der 1860er-Jahre und Theorien über die Zukunft des heutigen Chinas. Dass das Beschreiben fremder Kulturen und insbesondere der Menschen, die innerhalb dieser Kulturen agieren, eines seiner großen Talente ist, hat Mankell längst bewiesen. Mit diesem Buch legt er noch eins drauf - und zeigt, dass sein Einfühlungsvermögen sich bei weitem nicht auf die Länder des Schwarzen Kontinents beschränkt. Obwohl natürlich auch "Der Chinese" nicht ohne einen Abstecher nach Afrika auskommt: Der Leser begleitet eine Gruppe chinesischer Delegierter auf ihrer Reise nach Zimbabwe und Mosambik. Das war Mankell sich selbst wohl einfach schuldig.

(US) Ein Kriminalroman, der in Wirklichkeit nur am Rande einer ist. Es ist vielmehr ein Roman, der sich trotz eines Massenmordes in Schweden, mehr mit dem Land China in der Vergangenheit und in heutigen Zeit beschäftigt. Hier die armen Bauern und dort die Millionäre ist auch im heutigen China völlig normal. Siehe Russland. Abgesehen von einigen längeren Passagen über die künftigen Ziel der Weltmacht, ist das Buch unglaublich spannend.

Mal ganz anders als ein Krimi mit Wallander.

Allmen und der rosa Diamant*****  Martin Suter

Aus der Amazon.de-Redaktion Der erste große Fall für "Allmen International Inquiries". Es gilt, einen seltenen Diamanten aufzuspüren, viele Millionen wert. Ein Fall, in dem nichts ist, wie es scheint. Noch dazu ein Fall von globalem Interesse. Das Duo muss unter Beweis stellen, wie sehr es die Kunst des Hoch- und Tiefstapelns beherrscht unter Profi-Bedingungen.

(US) Dieses Buch habe ich in drei Tagen gelesen. Das hat zwei Gründe. Erstens: Es bringt unheimlich viel Spaß diese typische Suter-Erzählung zu lesen. Zweitens: Das Buch hat nur 208 Seiten und diese sind auch noch großzügig gestaltet. Große Schrift und breite Seitenränder. In "normaler" Ausstattung wären es nur ca. 120-150 Seiten. Das sieht so aus als wäre, des Preises wegen, der Roman auf die 208 Seiten getrimmt.

Trotzdem kann ich das Buch unbedingt empfehlen. Nicht nur den Suter-Fans.

Die Tore der Welt****   Ken Follett

Aus der Amazon.de-Redaktion 18 lange Jahre hat Ken Folletts nicht eben kleine Fan-Gemeinde auf eine Fortsetzung seines Bestsellers Die Säulen der Erde warten müssen. Lange hat sich der Autor geziert, bis er dem Bitten des Publikums und der Verlage endlich nachgab und sich für einen Vorschuss von immerhin 49 Millionen Euro an die Arbeit machte. Und schon nach ein paar der stattlichen 1.300 Seiten von Die Tore der Welt weiß man: Für die Verlage hat sich dieser Vertrauensbonus ebenso gelohnt wie für die Leser das Warten.

200 Jahre sind in im südenglischen Kingsbridge vergangen, wo Follett seine Geschichte auch diesmal angesiedelt hat. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Nachfahren der Helden von einst. Entlang ihrer Schicksale führt uns der Autor, der sich bei seinen Recherchen von gleich drei Historikern zuarbeiten ließ, ausgesprochen kundig durch die Welt des 14. Jahrhunderts: Durch Caris, die der Verbrennung als Hexe durch den Eintritt in ein Kloster entkommt, lernen wir Manches über die Pest und die mittelalterliche Medizin. Mit der Baukunst der Zeit macht uns der Architekt Merthin, Caris‘ Geliebter, vertraut. Auch den Gegensatz zwischen einem ebenso selbstsüchtigen wie hemmungslosen Adel auf der einen und der Masse der besitzlosen Leibeigenen auf der anderen Seite führt uns der Autor mit großer Souveränität in seiner gewohnt schnörkellos-direkten Sprache anhand persönlicher Schicksale vor Augen: ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann...

Gewiss: In Wahrheit hat es wohl keine beinahe verbrannte Hexe zur Leiterin eines Nonnen- und erst recht keines Mönchsklosters bringen können. Und überhaupt muss man natürlich davor warnen, seine historische Bildung nur aus historischen Romanen zu beziehen: Dennoch: Die Tore der Welt ist eine nicht nur spannende, sondern sehr wohl auch historische lehrreiche Lektüre. -- Alexander Dohnberg, Literaturanzeiger.de

(US) Ich habe lange gewartet, bis ich mir dieses Taschenbuch gekauft habe. Die letzten Romane von Follett (z.B. Eisfieber) haben mich nicht überzeugt. Aber letztendlich wollte ich doch wissen, wie es nach "Säulen der Erde" (Das Buch hat mir gut gefallen) weiter geht. Also ran an die 1300 Seiten. Allerdings kommt diese Fortsetzung (wie fast immer) nicht an den Erstroman heran. Trotzdem ist es eine spannenden Geschichte, die man gut lesen kann.

Das fünfte Kind*****     Doris Lessing

Aus der Amazon.de-Redaktion               «Der Scheinwerfer dieser starken Prosa ist am Ende mehr und mehr auf eine Gesellschaft gerichtet, die Andersartige nicht verkraften kann oder will, und auf die Auswirkung unlösbarer moralischer Probleme … ‹Das fünfte Kind› ist … von einer seltenen Erzählenergie und einem humanen Engagement erfüllt, das den Lesenden angreift, nicht loslässt und die Stockholmer Wahl dieser Preisträgerin nachdrücklich bestätigt.» (Ruth Klüger, Literarische Welt )
«‹Das fünfte Kind› ist in seiner Ambivalenz eines der mitreißendsten Werke der Nobelpreisträgerin – ein subtil erzähltes Familiendrama und zugleich eine hintergründige Parabel auf unsere Epoche.» (Lux-Post ) Der kleine Ben hat nichts Kindliches an sich. Er ist mehr ein bösartiger Troll als ein menschliches Wesen, und wie ein finsteres Verhängnis bricht er über die Familienidylle Harriets und Davids herein.
„Das fünfte Kind“ ist eine eindringliche Parabel auf das Abgründige und Dunkle im Menschen und auf die Kraft unerschütterlicher Liebe.
 

(US) Dieser Roman der Nobelpreisträgerin schildert schon sehr heftig das Leben einer bürgerlichen Familie in England mit einem andersartigen Kind. Viele gesellschaftskritischen Vorurteile werden ungeschminkt dargestellt. Ich denke, in Deutschland gäbe es einen bundesweiten Aufschrei, wenn der Roman von einer deutschen Autorin herausgeben wäre.

Empfehlenswert

Das böse Mädchen******     Mario Vargas

Llosa Aus der Amazon.de-Redaktion               Raus aus Peru, aus dem Land, das so gar keine Zukunft zu bieten hat. Das will auch Ricardo, der in den 50ern in Lima aufwächst. Dort trifft er das Mädchen, das sein Leben bestimmen soll - ein Mädchen, das ihren Namen ständig wechselt. Ricardo schafft den Absprung nach Europa, wie auch sein Mädchen, das sich ihm vom ersten Moment an verweigert. Sie treffen sich im Laufe des Buches, im Laufe der Jahrzehnte, immer wieder, in Paris, in Tokio, in London, in Madrid. Doch das Mädchen heiratet reich, lässt sich für Geld demütigen und verleugnet ihre wahre Liebe zu dem eher mittellosen Ricardo. "Das böse Mädchen" ist Vargas Llosas europäischster Roman. Sein Blickwinkel, der bisher eher innerhalb Perus ruhte, richtet sich nun von außen auf sein Heimatland. (US) Nach dem Buch "Das Fest des Ziegenbocks" habe ich wieder einen Roman vom Nobelpreisträger Llosa gekauft. Wenn schon der erste Roman sehr gut war, dieses Buch finde ich noch besser. Flüssig geschrieben, eine zu Herzen gehende Story.

Kann ich unbedingt empfehlen.

Das Orakel der Heilerin****  Frédéric Lenoir                      

Aus der Amazon.de-Redaktion              

Über die Macht der Liebe, die Welten erschafft.
Von den Palästen Venedigs zu den Klöstern auf Berg Athos, von den Gärten Algiers in die engen Gassen von Jerusalem: »Das Orakel der Heilerin« ist ein opulenter historischer Roman aus der Renaissance – und erzählt die an dramatischen Ereignissen reiche Lebensgeschichte des Giovanni Tratore, der auszog, die Welt, das Wissen und vor allem die Liebe zu entdecken …
1533, ein kleines Dorf im sonnenversengten Kalabrien. Hier wächst Giovanni Tratore als Sohn einfacher Bauern heran, gewöhnt an ein entbehrungsreiches und hartes Leben. Doch eines Tages zieht eine Abordnung venezianischer Adliger vorüber – und Giovanni erblickt das Schönste, was seine Augen je sahen: Elena Contarini, eine junge Frau von betörender Anmut. Von diesem Moment an kennt Giovanni nur ein einziges Ziel – Elena nach Venedig zu folgen und ihr Herz zu erobern.
Giovanni begibt sich auf die Reise, und noch ahnt er nicht, unter welch bewegten Vorzeichen sein weiteres Geschick stehen wird. Eine Heilerin, der er im Wald begegnet, prophezeit ihm, dass er zwei Frauen begegnet, die seinen Lebensweg auf dramatische Weise bestimmen werden. Sie soll Recht behalten, denn Giovannis bedingungslose Liebe zu Elena stellt ihn auf manch harte Probe, und mehr als einmal entrinnt er nur knapp dem Tod. Als die beiden durch ein tragisches Schicksal auseinander gerissen werden, scheint Giovanni sein Leben sinnlos. Bis er nach langen Irrfahrten und großen Abenteuern Esther begegnet – und er begreift, dass sie die wahre Vollendung seines Schicksals ist … (US)  Lenoir, ein renommierter französischer Religionssoziologe und Philosoph, beschreibt hier viele Details aus der Renaissance und Exkursen in die Philosophie, Astrologie und den Religionen. Ein unterhaltsamer, historischer Roman Cook*****27.5.2011                                                                            Tony Horwitz   Aus der Amazon.de-Redaktion »Tony Horwitz hat sich dem Kapitän James Cook an die Fersen gehängt und ist seinen drei großen Seereisen mit großer Liebe zum Detail nachgegangen.« Die Zeit   Die Suche nach Terra australis trieb James Cook über alle Ozeane. Als er 1768 England verließ, war ein Drittel der Erde noch unentdeckt. In nur elf Jahren erkundete er zu Schiff die Welt vom Beringmeer bis zur Antarktis, von Alaska bis Tasmanien. Als Cook 1779 auf Hawaii erschlagen wurde, hinterließ er der Nachwelt nichts Geringeres als ein neues Bild der Erde. Der Pulitzerpreisträger Tony Horwitz hat sich auf die Spur von Käpt’n Cook begeben und dabei einen der größten Entdecker aller Zeiten neu entdeckt.

(US) "Cook" ist eines der besten Sachbücher, die ich je gelesen habe. Horwitz hat alle, mit Ausnahme der Antarktis, Landeplätze von James Cook selbst besucht. Besonders interessant ist der Vergleich von Cooks Schilderungen von damals mit der heutigen Realität. Er schildert sehr genau die Meinungen der heutigen Ureinwohner zu dem Entdecker. Von großer Ablehnung und Unwissenheit reicht das Spektrum bis zum Nationalhelden.

Das Buch ist hervorragend geschrieben. Unbedingt lesen.

Der Dunkle Wächter****   Carlos Ruiz Zafon

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach düsteren Tagen wünscht sich Irene das Glück des Sommers. Als sie mit dem Jungen Ismael an der Blauen Bucht liegt, scheint alles perfekt.
Doch der Spielzeugfabrikant, der Irenes Mutter auf seinen Landsitz Cravenmoore geholt hat, hegt ein finsteres Geheimnis. Alle Zimmer seines gewaltigen Hauses stehen voll selbstgebauter Automaten und raffiniertem Spielzeug, und einige Räume dürfen nie betreten werden. Im großen Wald rings um die Villa geht der Besitzer oft spazieren. Aber auch ein sonderbares Geschöpf treibt sich dort herum, das einem Alptraum zu entstammen scheint...
Bald jagen dunkle Schatten durchs Haus, und im Nebel drohen vom Leuchtturm die gefürchteten Septemberlichter. Cravenmoore entpuppt sich als Ort des Schreckens. Irene und Ismael kämpfen im größten Abenteuer ihres Lebens um ihre Liebe. Und sie erfahren: Was man dem Bösen versprochen hat, das wird es sich holen.

(US) Nach dem Erfolgsromanen "Der Schatten des Windes " und "Das Spiel des Engels, 2005) (siehe weiter unten) war ich sehr gespannt auf dieses Buch aus den frühen 1990er Jahren. Auch hier hat Zafon schon das bekannte Thema eines Teufelspaktes verarbeitet. Die etwas übertriebene Sprache stört ein wenig, aber trotzdem ist das Buch eine unterhaltsame Feierabendlektüre.

Die Erfindung des Lebens*****   Hanns-Josef Ortheil

Aus der Amazon.de-Redaktion Für Die Erfindung des Lebens hat der Kölner Autor Hanns-Josef Ortheil eigentlich nicht viel erfinden müssen. Denn die Eckdaten des Romans sind seinem eigenen Lebensweg entsprungen. Hierzu gehört vor allem der Umstand, dass seine Mutter, die zwei Totgeburten hatte und zwei ihrer Kinder im Zweiten Weltkrieg verlor, nach dem Tod eines der beiden im Granathagel ihre Stimme verlor. Ortheil, nunmehr Einzelkind, konnte nach eigenen Angaben erst mit sieben Jahren sprechen und kommunizierte mit der Welt nur mit Hilfe des Klaviers, das er schon als Vierjähriger zu spielen lernte; sein erster Satz soll "Gib mal her" gewesen sein. Und genau darum geht es im autobiografischen Roman Die Erfindung des Lebens: um die Aneignung – Erfindung – einer Welt und eines Daseins, die sich vor allem der (spät gewonnenen) Sprache verdankt.

Wie sein Autor, so bleibt auch dessen Alter Ego Johannes im Roman nach dem Verlust der Sprache durch die Mutter stumm. Ausgeschlossen von der Welt der Anderen, erfindet er sich einen Freund, stets bedacht darauf, alles weitere Unglück von der Mutter fernzuhalten. Durch die Macht der Musik und dank eines bedingungslos liebenden Vaters eröffnet sich dem Helden das Universum der Dinge dennoch, zuletzt, als Schriftsteller, vor allem in Rom, wohin auch Ortheil einst in seiner Jugend ging. Und am Ende – wie selten in der deutschen Literatur, und wie schön deshalb einmal davon zu lesen! – gibt es ein Happyend und alles, oder doch das meiste wird gut.

Die Erfindung des Lebens ist eine Art nachbürgerlicher Bildungsroman, die Entwicklungsgeschichte eines Antibürgers, der durch Liebe, Schreiben und Musik zu sich selbst finden kann. Ein bewegendes, ein wichtiges Buch. Wenn es den Lebensweg Ortheils nicht gegeben hätte, so müsste man ihn auf diese Weise für die Literatur erfinden.

(US) Diese Autobiographie kommt ohne spannende Höhepunkte aus. Vielleicht gerade deshalb ist dieses Buch so gelungen und glaubwürdig. Wie der kleine Johannes sein Leben erfindet ist bewegend und literarisch sehr gut umgesetzt.

Empfehlenswert

Der Junge im Schrank******   Senek Rosenblum

Ergreifende Erinnerungen an eine verlorene Kindheit im Krieg

Nur wenige tausend von rund einer halben Million Menschen überlebten das Warschauer Ghetto, davon nur wenige Kinder. Senek Rosenblum ist eines von ihnen. Die schrecklichen Erinnerungen an seine Kindheit im Krieg und das Wunder seines Überlebens haben ihn bis heute nicht losgelassen. Jetzt, mit über siebzig, hat er die Worte gefunden, das Unbeschreibliche zu erzählen – als Zeitzeuge, mit dem Blick eines Kindes und dem Talent eines großartigen Erzählers. Ein tief berührendes Zeitzeugnis über eine verlorene Kindheit im Krieg, das trotz der drastischen Schilderungen durch seinen typisch jüdischen Humor besticht.

(US) Über dieses Buch kann ich nur sagen: Ich bin dankbar, diese Kindheitserlebnisse gelesen zu haben. Über die Juden in Polen (Warschauer Ghetto) ist schon viel geschrieben worden, aber ich habe viel dazu gelernt.

Unbedingt lesen

Wir Ertrunkenen*****   Carsten Jensen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Von Männern, die ihrer Sehnsucht folgen. Von Frauen, die dem Meer, das ihnen die Männer und Söhne raubt, den Krieg erklären

Carsten Jensen erzählt von Menschen, deren Leben vom Meer bestimmt ist. Von Männern, die ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer folgen, und von Frauen, die dem Meer, das ihnen die Männer und die Söhne raubt, den Kampf ansagen. „Wir Ertrunkenen“ ist ein großes Buch über Liebe, Freundschaft, Verlust und Wahnsinn, voller Satanskerle, Glücksritter, Leichtmatrosen und starker Frauen.


(US) Leider hatte das Buch "nur" 809 (einschl. Nachwort des Autors) Seiten. Es hätten gerne mehr sein können. Der Autor beschreibt in diesem Roman die Geschichte der dänischen Ostsee-Insel Æro und seiner Bewohner vom Deutsch-Dänischen Krieg 1848 bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Selbst in Marstal/Æro geboren, kennt sich Jensen mit der Mentalität und den Problemen der Menschen hervorragend aus. Ich bin selbst an der Ostsee groß geworden und kann mich deshalb sehr gut in die Eigenarten der von Seefahrt geprägten Inselbewohner einfühlen.

Ein hervorragender Roman, auch für "Landratten"

Extrem laut und unglaublich nah*****    Jonathan Safran Foer

Aus der Amazon.de-Redaktion Oskar Schell ist „Erfinder, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Computer-Spezialist, Sammler“ und noch vieles mehr. So jedenfalls steht es auf seiner Visitenkarte, die allerdings zwei seiner größten Talente verschweigt. Denn Oskar ist ein Kind, ein neunjähriges Kind, um genau zu sein. Und Oskar ist traurig, grenzenlos traurig. Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 hat er seinen Vater verloren. Letzteres spornt ihn an, sich auf die Suche zu machen. Ersteres schenkt den Lesern von Jonathan Safran Foers Roman Extrem laut und unglaublich nah einen der interessantesten, klügsten, spektakulärsten und bezauberndsten Ich-Erzähler der letzten Zeit.

Beim Durchwühlen des Nachlasses seines Vaters findet Oskar einen Schlüssel. Fortan jagt er durch ein merkwürdig fremdes, fast surreal wirkendes New York auf der Suche nach der Tür, zu welcher der Schlüssel passen könnte. Anlass für Foer, seinen Helden mit skurrilen und bisweilen seltsam märchenhaft wirkenden Gestalten und deren Biografien zu konfrontieren. Und mit seinem eigenen Großvater, der wegen der Pressemeldungen vom Terroranschlag und der Mitteilung vom Tod des Sohnes plötzlich in der Wohnung der Großmutter steht -- und der durch sein bloßes Dasein den Kampf der Kulturen mit einem Krieg aus vergangenen Zeiten in Beziehung setzt: zur Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg nämlich, dessen Grauen Foer leider weniger hell wie den Rest seiner Geschichte erstrahlen lässt. Tatsächlich bleiben die Passagen über die Zerstörung Dresdens seltsam farblos, ganz im Gegensatz zum Rest.

(US) Einen Roman dieser Art habe ich noch nie gelesen. Neben der eigentlichen Story enthält das Buch auch bebilderte Seiten. Den Sinn der Zeichnungen und Fotos kann man aber während des Lesens gut verstehen und vertieft noch die Gedankengänge des kleinen Oskar.

Nicht nur unglaublich nah, sonders auch unglaublich gut.

Das Fest des Ziegenbocks*****   Mario Vargas Llosa

Aus der Amazon.de-Redaktion Als Urania ein Mädchen war, da hieß Santo Domingo noch Ciudad Trujillo. Benannt war die dominikanische Hauptstadt nach Diktator Dr. Rafael Leónidas Trujillo y Molina, den man damals "der Wohltäter" nannte oder "Vater des neuen Vaterlands" oder einfach nur "der Ziegenbock". Seit seiner Ermordung 1961 sind viele Jahre vergangen, und Urania, inzwischen 49 Jahre alt, hat in New York eine erfolgreiche Karriere als Juristin gemacht. Und da nennt sie eigentlich kaum jemand mehr Urania.

Kurz vor der Ermordung des Ziegenbocks hatte die damals 14-jährige Heldin in Mario Vargas Llosas neuem Roman Das Fest des Ziegenbocks ihre Heimat verlassen. Nun ist sie zurückgekehrt, um ihren Vater Agustin Cabral, genannt "Cerebrito", zur Rede zu stellen. Immerhin war der unter Trujillo Minister und Senatspräsident, und fiel erst in den letzten Jahren des Regimes in Ungnade. Und dann sind da noch die anderen Opfer des zynischen Ziegenbocks, die plötzlich wieder eine Rolle spielen: darunter der ehemalige Leibwächter Amado García Guerero, der "der Leutnant" hieß und die große Liebe seines Lebens nicht heiraten durfte, weil sie die Schwester eines Oppositionellen war. Als makabren "Treuebeweis" musste er ihren Bruder erschießen -- und plante daraufhin Trujillos Ermordung mit.An Hand verschiedener Schicksale entwirft Vargas Llosa das überzeugende Panorama einer Diktatur, die Namen ebenso erfand wie auslöschte und im Zeichen des Fortschritts gnadenlos über Leichen ging: "Große Übel verlangen große Lösungen", lautete dabei die perverse Parole. Eindringlich kombiniert der peruanische Autor die Biografien von Günstlingen und Revolutionären zu einer Anklage gegen ein unmenschliches Regime -- und gibt nebenbei den Opfern literarisch ihre Identität zurück. Das Fest des Ziegenbocks ist vielleicht Vargas Llosas politischstes Buch. Eines seiner besten ist es auf jeden Fall.

(US) Seid Jahren kaufe ich mir immer einen Roman des aktuellen Literatur-Nobelpreisträger. Ich möchte wissen, auf welcher Basis der Nobelpreis verliehen wurde. Nach 2009 (Atemschaukel, Müller, siehe weiter unten) )war ich wieder sehr zufrieden. An den etwas sprunghaften Erzählerstil habe ich mich schnell gewöhnt. Der Roman über den Diktator Trujillo und sein Umfeld wirkt sehr authentisch und ist teilweise recht grausam. Aber wie will/kann man das sonst beschreiben. Wenn man bedenkt, wie viele Diktaturen es noch heute auf dieser Welt gibt, dann fragt man sich, warum die Weltgemeinschaft das so toleriert.

Ein bedrückender, anklagender Roman.

Hirn ist aus****   Urban Priol

Aus der Amazon.de-Redaktion Diana stammte aus England, ihr Freund aus Ägypten. Beide starben in Frankreich in einem deutschen Auto mit einem belgischen Fahrer mit zu viel schottischem Whisky im Blut. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, weiß Urban Priol mit seinem ausgeprägten Riecher für den ganz normalen Wahnsinn. In seinem ersten Buch nimmt uns der kabarettistische Wirbelwind mit auf eine Kreuzfahrt durch die globalisierte Welt. Zudem fischt der Aschaffenburger in heimatlichen Abgründen der Berliner Republik, am liebsten lässt er die „Jeanne d’Arc vom Spreebogen“ im Netz zappeln.

(US) Sein Gespür für Personen, die er mit seinen (sehr) bissigen Kommentaren aufs Korn nimmt, ist großartig. Oft trifft damit genau den Punkt, den das (Wahl) Volk hören will. Manchmal habe ich mich gewundert, dass Priol keine Massenklagen durchstehen muss. Er nennt immer Ross und Reiter beim Namen. Und spricht vielen aus der Seele.

Prima

Der Feind im Schatten****   Henning Mankell  

Aus der Amazon.de-Redaktion Håkan von Enke ist ein Mann mit Prinzipien. An einem verregneten Stockholmer Morgen verlässt der ehemalige U-Boot-Kapitän wie jeden Tag um sieben Uhr seine Wohnung im Stadtteil Östermalm, um seinen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Von seiner Frau hat er sich verabschiedet, alles scheint wie immer. Nur das Entscheidende ist anders: An diesem Morgen nämlich kommt Håkan von Enke nicht mehr in seine Wohnung zurück.

Das seltsame Verschwinden des U-Boot-Kommandeurs betrifft Kurt Wallander auf gleich mehrfache Art und Weise. Zum einen ist Håkan von Enke der Vater des Finanzmaklers Hans von Enke, den Wallanders Tochter Lisa heiraten will. Und zum anderen hat Lisas zukünftiger Schwiegervater Wallander auf seinem Geburtstag eine mysteriöse Geschichte erzählt, die Jahre zurückliegt und mit einem russischen U-Boot zu tun hat, das dereinst vor Schwedens Küste kreuzte und durch einen Befehl von höchster Stelle nicht vom heimischen Militär hochgenommen werden konnte. Hat das Verschwinden Håkan von Enkes vielleicht etwas mit diesem Vorfall zu tun, zumal sich der Kommandant ganz offensichtlich bedroht und verfolgt fühlte? Wallander beginnt zu ermitteln – und stößt nicht nur in der Familienhistorie derer von Enkes, sondern auch on der schwedischen Geschichte auf einige äußerst dunkle Kapitel... Kurt Wallander ist wieder da – und zwar in altbewährter Form! Denn Henning Mankells melancholischer Ermittler hat wieder allerlei private Probleme – so zum Beispiel ein Disziplinarverfahren, nachdem er seine Pistole im Suff in einem Restaurant liegen ließ. Auch diese psychologische Tiefe der Natur sorgt dafür, dass die Spannung über fast 600 Seiten erhalten bleibt, ebenso wie Mankells wundervoll dichte Sprache mit ihren traurig-präzisen Sätzen.

(US) Es bringt immer viel Spannung, wenn Mankell seinen Kurt Wallander einen Fall lösen lässt. Nicht nur der Fall, sondern auch das private Leben von Wallander kommt nicht zu kurz. Eben ein anderer Krimi. Aus dem Schluss kann man entnehmen, dass es der letzte Wallander- Roman sein wird. Eigentlich sehr schade

Klasse Roman

Hiobs Brüder****    Rebecca Gablé

Klappentext England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren. Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die wirkliche Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht ...

(US) Da mich die englische Geschichte und im Besonderen die historischen Romane von Rebecca Gablé immer stark interessiert haben (siehe weiter unten), habe ich mir das Buch sofort gekauft. Die Stoff ist interessant und der Schreibstil so gut, wie ich es von Rebecca Gablé gewohnt bin. Neben der Story der Hauptdarsteller steht die Machtergreifung von Henry II (Vater von Richard Löwenherz) im Mittelpunkt. Die 912 Seiten waren schnell gelesen.

Ein gewohnt guter historischer Roman.

Unser allerbestes Jahr****   David Gilmour

Aus der Amazon.de-Redaktion David braucht viel Kraft, als sein minderjähriger Sohn Jesse ihm offenbart, dass er die Schule schmeißen will. Ok, so der Papa, selbst Autor, Journalist und Filmkritiker, aber nur wenn Jesse sich die Zeit nimmt, mit ihm drei Filme pro Woche anzusehen. Übrigens: das Buch über David und Jesse ist nicht nur eine sehr warmherzige, sondern zudem wahre Geschichte. So einen Vater kann sich jeder junge Mann nur wünschen! Von Verständnis, Toleranz und Geduld können sich viele eine Scheibe abschneiden, aber am Ende des Buches lernen wir alle: es lohnt sich so sehr. David Gilmour hat Liebe, Sorge und Bindung zu seinem Sohn aus Herz und Seele geschrieben, die Liebeserklärung eines Papas an seinen Filius, voller Eingeständnisse, Unsicherheiten, voller Abwägen und Grübeln: ist jeder Schritt, jede Entscheidung, ist alles Tun das richtige? „Was ist, wenn ich falsch liege?“ Wird alles ‚schon irgendwie klappen’ und ‚gut ausgehen’?

(US) Als Vater von zwei Söhnen hat mich das Thema natürlich stark interessiert. Die Methode, mit der der Autor seinen Sohn für das Leben "retten" will, ist sehr ungewöhnlich, aber auch aufschlussreich. Nebenbei erhält man noch einen interessanten Einblick über die Beurteilung von berühmten Filmen und Schauspielern aus der Sicht eines Filmkritikers.  

Locker erzählte Vater-Sohn Story.

Drachenläufer*****   Khaled Hosseini

literaturtest.de

Amir, Sohn eines wohlhabenden Paschtunen, verbindet eine enge Freundschaft mit Hassan, dem Sohn des Hausdieners. Die Jungen verbringen ihre Kindheit wie Brüder, und zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört es, Drachen steigen zu lassen. Doch eines Tages begeht Amir auf furchtbare Weise Verrat an Hassan, ihre Freundschaft zerbricht. Jahrzehnte später sieht Amir dann die Gelegenheit, seinen schlimmen Fehler wiedergutzumachen. Doch gleichzeitig zweifelt er daran, die große Schuld, die er als Kind auf sich geladen hat, so viele Jahre später sühnen zu können. Ob man es nun als die bewegende Geschichte einer Freundschaft oder als Parabel auf Afghanistan und die Möglichkeiten eines Neubeginns liest: Literarisch ist dieses Buch ein Glücksfall. Die stilistische Eleganz, die wunderbar lebendige Sprache, die kunstvoll konstruierte Handlung - für einen Roman-Erstling ist Drachenläufer unglaublich gut erzählt. Und beinahe en passant gewährt der Autor Einblick in die Geschichte und den Alltag des Landes.

(US) Jeden Tag hört oder sieht man die grauenvollen Nachrichten von dem unseligen Krieg in Afghanistan. Aber wie war es vorher? Dieses Buch beschreibt das Leben einer Familie in Afghanistan bis zur Machtübernahme durch die Taliban. Der Autor, in Kabul geboren und aufgewachsen, hat ein authentisches, wunderbares Buch geschrieben.

Das Buch muss man gelesen haben.

Stadt der Diebe*****   David Benioff

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Stadt der Diebe gelang David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk, das Kritiker wie Leserschaft gleichermaßen in seinen Bann zog. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben.

(US) Ich kann der oben aufgeführten Kurzbeschreibung nur voll zustimmen. Ein Roman, der die unglaubliche Not in der belagerten Stadt Leningrad 1942 ohne Theatralik beschreibt. Aber besonders gelungen ist die Geschichte der Freundschaft von zwei sehr unterschiedlichen jungen Männer, die die unmögliche Aufgabe der Beschaffung von 12 Eiern bewältigen müssen. Man könnte darüber lächeln, aber es ist bitterer Ernst. Alle in dem Roman beschriebenen Ereignisse können auch so geschehen sein. Ich jedenfalls halte es für möglich.

Grosse Klasse

Am Hang*****   Markus Werner

Aus der Amazon.de-Redaktion Am Hang zu leben, kann riskant sein. Wie leicht können Dinge ins Rutschen geraten. Diese Erfahrung muss der Scheidungsanwalt Clarin machen, dessen Arbeitswochenende in seinem Tessiner Ferienhaus einen etwas anderen Verlauf nimmt. Ein abendlicher Trunk, ein harmloses Gespräch, mehr hatte dem leutseligen Clarin nicht vorgeschwebt, als er sich dem Fremden auf der Terrasse des Bellavista-Hotels vorstellte. Doch sollte sich bald herausstellen, dass Loos nicht der Partner für den erwartet netten Plausch war. Clarin dämmerte – diesen innerlich Zerrissenen würde er so schnell nicht mehr loswerden! Am Ende des Vexierspiels um eine große verlorene Liebe wird auch die Welt des erotischen Leichtfußes Clarin schwer geworden sein. In bestürzender Weise muss er erfahren, wie alles mit allem zusammenhängt. Wie klein die Welt doch war. Eine Zufallsbekanntschaft brachte den Hang endgültig ins Rutschen!

(US) Nach der Lektüre des Schätzing-Wälzers "Limit" war es eine richtige Wohltat, dieses erstklassige Buch von Markus Werner zu lesen. Das Buch wurde mir ausdrücklich ans Herz gelegt und ich freue mich, dieser Empfehlung gefolgt zu sein. (Danke, Dorothea) Die Schreibweise und der Stoff verlangen vom Leser volle Konzentration. Das fällt aber sehr leicht, da Markus Werner es fertig bringt den Leser schnell zu fesseln. Dem aufmerksamen Leser wird die Pointe der Geschichte relativ schnell klar. Das ist aber ein Vorteil. Dadurch werden die Gespräche der beiden Männer noch viel interessanter und man kann die kryptischen Äußerungen des Herrn Loos besser einordnen.

Ein großartiges Buch, sehr zu empfehlen.

Limit**   Frank Schätzing (1328 Seiten) 

Aus der Amazon.de-Redaktion

Helium-3 - aus diesem Stoff sind die Zukunftsträume profitgieriger Unternehmer im Jahr 2025. Es wurde auf dem Mond entdeckt und soll den Hunger der Menschheit nach Energie stillen. Mit einer revolutionären Technik hat der Industrielle Julian Orley einen galaktischen Transportweg von der Erde zu seinem Trabanten geschaffen. Eine futuristische Mondstation, auf der Menschen und Menschmaschinen arbeiten, sorgt für den Nachschub an Helium-3. Julian Orley, der jedem Bond-Bösewicht zur Ehre gereicht hätte, plant einen exklusiven Ausflugstrip zum Mond und hat dazu illustre Mitglieder der globalen Eliten eingeladen. Es wird ein extraterrestrischer Horrortrip...

Zur gleichen Zeit ist Owen Jericho, ein Cybercop, dabei, in Schanghai einen Kinderporno-Ring zu sprengen. Er ist der Typus lonesome cowboy, der nach dem Scheitern im Privatleben einen leidenschaftlichen, aber aussichtslosen Kampf gegen das Böse führt. Jericho erhält den Auftrag, die chinesische Dissidentin Yoyo zu finden. Sie ist im Besitz eines Geheimnisses, das mächtige Gegner auf den Plan ruft. Calgary, Berlin, Dallas, London, Venedig, Äquatorialguinea und Vancouver werden zu Schauplätzen einer globalen Hetzjagd, bei der er auf die Spur des Geheimbundes "Hydra" stößt. Parallel kämpfen Konzernlenker, Diktatoren und Geheimdienste erbittert um die letzten Rohstoffe der Erde; Bürgerkriege, Korruption und Armut treiben die inzwischen 10 Milliarden Bewohner der Erde scheinbar unaufhaltsam auf einen Abgrund zu, der das Ende der menschlichen Zivilisation markiert.

(US) Als Fan von Frank Schätzing war es für mich selbstverständlich, sein neues Buch Limit zu kaufen. 1328 Seiten Schätzing, dass würde mir gefallen. Aber es kam ganz anders. Die SF-Story wäre mit max. der Hälfte der Seiten gut bedient gewesen. Besonders störend ist quälende Länge der technischen Erklärungen, ob auf dem Mond oder in Schanghai im Jahre 2024. Häufig fühlte ich mich in einen Vortrag bei der Volkshochschule versetzt. Seitenlange ausführliche Erläuterungen von politischen Vorgängen in Afrika und China stellte Schätzung als Gespräch unter Freunden dar. Völlig daneben. Das Buch besteht hauptsächlich aus zwei nebeneinander agierenden Storys. Den Zusammenhang der Storys kann man auch nach ein paar hundert Seiten nur schwer erkennen. Eine davon (die China-Story) hätte völlig ausgereicht. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, einige Seiten nur noch im Schnelldurchgang zu überfliegen. Irgendwann jenseits von 800 Seiten wird das Buch auch spannend. Allerdings spannend im Stil von Dan Brown (das ist kein Kompliment) und auch dann kann man schon erkennen, wer denn der Hauptbösewicht ist. Unglaublich, wie sich ein Autor im Range von Schätzing sich auf so ein Niveau begeben kann. Dieses im Vorfeld hochgelobte Buch ist ein literarischer Flop.

Fazit: Ein Bestseller ist eben noch lange kein gutes Buch. In Zukunft werde ich bei Büchern von Schätzing vorsichtiger sein.

Das Wochenende****   Bernhard Schlink

Aus der Amazon.de-Redaktion Nach 20-jähriger Haft hat ihn der Bundespräsident begnadigt. Zum ersten Wochenende in Freiheit lädt seine Schwester die alten Freunde ein. Für sie ist das Leben weitergegangen. Und für ihn? Was bleibt von der Zeit der Gewalt? Legenden? Bewältigung? Sprachlosigkeit?

(US) Es geht hier um einen RAF-Terroristen. Er hat während seines Kampfes gegen den Staat vier Menschen ermordet. Seine Freunde, die von seiner Schwester zu dem Wochenende eingeladen wurden, sind jetzt erfolgreiche Unternehmer, ein Journalist, eine Bischöfin und andere "bürgerliche" Berufe. Alle haben damals mit der Idee der Revolution zumindest sympathisiert. Jetzt treffen sie sich und versuchen die Zeit aufzuarbeiten. Man denkt sofort an die Begnadigung von Christian Klar.

Ein gut geschriebenes Buch mit einem aktuellen Thema.

Vergebung*****    Stieg Larsson   

Aus der Amazon.de-Redaktion Lisbeth Salander hat es wieder einmal nicht geschafft. Mit einer Axt hat die Ermittlerin versucht, ihrem Erzeuger und ewigen Erzfeind Alexander Zalatschenko das Leben zu nehmen, aber der skrupellose Kriminelle, der seine Tochter zuvor lebendig begraben hatte, überlebt und jagt Salander zudem noch eine Kugel in den Kopf. Nun liegen beide mit schweren Verletzungen, aber genesend, fast Tür an Tür im selben Krankenhaus. Derweil versucht Salanders Kollege Mikael Blomkvist, Salander vom Vorwurf des dreifachen Mordes reinzuwaschen – und sticht dabei in ein wahres Wespennest aus Korruption und krimineller Energie. Und er stößt auf ein gewaltiges Komplott von Mächten, die seine Ermittlungen empfindlich zu behindern suchen. Dann gibt es weitere Morde…

(US) Dieses Buch- immerhin 860 Seiten- habe ich in wenigen Tagen gelesen. Die Story ist unglaublich spannend. Wie der Autor den komplizierten Inhalt des Stoffes immer wieder logisch zusammen fügt, ist eine Meisterleistung. Sicherlich ein Grund für den Erfolg des Romans. Es ist sehr hilfreich, vorher den zweiten Teil der Trilogie gelesen zu haben.

Grosse Klasse

Verdammnis****    Stieg Larsson                                                  

Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.

Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

(US)  Als ich begonnen habe dieses  Buch zu lesen, wusste ich noch nicht, das "Verdammnis" der 2. Band einer Trilogie ist. Also hatte ich am Anfang leichte Probleme die Protagonisten einzuordnen. Aber dann hatte ich ein spannendes, gut geschriebenen Thriller vor mir. Eine (fast) unglaubliche Story. Natürlich lese ich jetzt den 3. Band sofort im Anschluss.

Ein richtig guter Krimi.

Atemschaukel***    Herta Müller

Aus der Amazon.de-Redaktion        

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

(US) Gerne kaufe ich mir ein Buch der aktuellen Literatur-Nobelpreisträger. 2008 war es J.M.G. LeClézio, siehe weiter unten. Ich will einen Eindruck der Preisträger haben. Dieses Jahr "Atemschaukel" von Herta Müller. Allerdings habe ich mit der hoch gepriesenen Sprache der Autorin meine Schwierigkeiten. Im Roman wird z.B. ständig vom Hunger gesprochen, trotzdem wurde das Gefühl des unbändigen Hungers nicht zum Leser (damit meine ich mich) transportiert. Irgendwie stand ich immer außerhalb des Geschehens.

Es tut mir Leid, aber mit Frau Müller komme ich nicht klar.

Die Vermessung der Welt*****   Daniel Kehlmann

Aus der Amazon.de-Redaktion                  

Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

(US) Ein wunderbares Buch. Hier werden die Geistesgrößen Humboldt und Gauß und ihre Erfolge auf amüsante, kurzweilige Art beschrieben. Der Erzählstil von Kehlmann ist einfach großartig.

Unbedingt lesen !!

Die Teufelsbibel****    Richard Dübell

Aus der Amazon.de-Redaktion                       Böhmen 1572. In einem halb zerstörten Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads. Zehn Menschen, darunter seine Eltern, werden brutal ermordet. Andrej kann fliehen und nimmt eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich: das Wissen um die Existenz des Codex Gigas - der Teufelsbibel. Ein Dokument, das drei Päpste das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten. Sieben schwarz gekleidete Mönche haben geschworen, das Geheimnis der gefährlichen Handschrift zu behüten. Wer zu viel darüber weiß, muss sterben. Denn der Codex, so heißt es, stammt aus der Feder des Teufels. (US) Ein historischer Roman, der die Zeit kurz vor dem Ausbruch des 30 jährigen Krieges  beschreibt. Die Motive, die zum berühmten "Prager Fenstersturz" führten, werden recht anschaulich geschildert.

Im Anschluss habe ich dann auch die Fortsetzung gelesen. Der Roman Die Wächter der Teufelsbibel**** behandeln das Thema

weiter. Ein solider, spannender Roman. Ich kenne bessere Romane von Richard Dübell, aber trotzdem sind die Bücher für die Freunde des historischen Romans lesenswert.

Terror****    Dan Simmons

Aus der Amazon.de-Redaktion                       Allein schon diese Namen! ‚HMS Erebus’ und ‚HMS Terror’! Der Gott der Finsternis und der Schrecken selbst. Vielleicht hätte man die beiden Expeditionsschiffe Ihrer Majestät, diese gepanzerten Dampfmaschinen, mit hoffnungsfroheren Namen versehen sollen. So geriet auch dieses Detail zum bösen Omen einer Unternehmung, die im ewigen Eis ihrem schrecklichen Untergang entgegen sah. Als die Geschichte im Oktober 1847 einsetzt, steht der dritte Winter bevor, das Packeis hat beide Schiffe fest im Griff, der große Franklin war im Sommer unter dubiosen Umständen ums Leben gekommen. Die restliche Mannschaft zittert dem Wahnsinn entgegen. Als wäre es damit nicht genug des Horrors, hat Dan Simmons noch einige Monstrositäten ganz eigener Art auf Lager!

Die berühmt-berüchtigte dritte Franklin-Expedition auf ihrer Suche nach der Nordwestpassage, jenem sagenhaften Seeweg, der den Atlantik mit dem Pazifik durch das nördliche Polarmeer verbinden sollte. Inmitten dieser gnadenlos unwirtlichen Kulisse entfaltet Dan Simmons auf fast 1.000 Seiten ein derart frostiges und klaustrophobisches Kammerspiel, dass selbst der Fürst der Finsternis - Stephen King -, ins Schwärmen geriet. In fein ziselierter Sprache führt Simmons auf eine Bühne der inneren und äußeren Kämpfe. So zwischen Britanniens berühmtem Nationalhelden und Entdecker Sir John Franklin, dem müde gewordenen Kapitän der ‚Erebus’, dessen beste Tage hinter ihm liegen und Francis Crozier, dem weitaus fähigeren Kapitän der ‚Terror’, den das Schicksal des ewig Zweiten allmählich verbitterte. Nun, nach Sir Franklins Tod, schlägt seine Stunde!

(US) Ein gut geschriebener Roman über die Franklin-Arktis-Expedition. Besonders interessant, wenn man auch das Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Stan Nadolny gelesen hat. Es ist das gleiche Thema. Getrübt wird das Lesevergnügen durch ein geheimnisvolles Monster, dass die Männer dahinrafft. Überflüssig.

Großmama packt aus *****    Irene Dische  

Aus der Amazon.de-Redaktion
Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: „Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein -- ich weiß nicht, woher sie kamen -- rote wulstige Lippen“. Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! „Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte“, sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben.

Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. „Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus“, heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. „Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht.“ So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück.

(US)  Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass eine jüdische Autorin derart offen und klar die Sicht ihrer - nichtjüdischen - Großmutter in ihrem Buch beschreibt. Und die benutzt gelegentlich die Ausdrücke der "Herrenrasse". Die Großmutter erzählt die Geschichte ihrer Familie - auch in der Nazizeit -  ohne jede Rücksichtnahme auf Mann und Enkel.

Absolut lesenswert

Tea Bag***   Henning Mankell   

Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Verfasser von Lyrikbänden hat es Jesper Humlin zu einigem literarischen Ruhm gebracht. Dennoch droht die ultimative Sinnkrise. Dauerfreundin Andrea, ein Derwisch mit Haaren auf den Zähnen, plant die Veröffentlichung ihrer Memoiren, wenn Jesper ihr nicht endlich ein Kind mache. Die Aktien dümpeln im Keller und der Verleger fordert statt Lyrik einen wesentlich verkaufsträchtigeren Krimi. Es ist zum Verzweifeln. Halb Schweden scheint im Krimi-Fieberwahn, Jespers schärfster Konkurrent hat bereits das Genre gewechselt, selbst Mutter Humlin, fast neunzig, sinnt über Mord und Totschlag. Jespers Vernichtung scheint besiegelt. Nun ist auch noch Tea-Bag in sein Leben geraten.    Kennen gelernt hatte er das schwarze Flüchtlingsmädchen und ihre Freundinnen auf einer Lyriklesung, die ihn in die Boxschule eines ehemaligen Freundes verschlagen hatte. Kurz entschlossen hatte der vierschrötige Pelle ein Fest zu Ehren des Promidichters organisiert, zu dem seine Boxschüler plus Anhang, Einwanderer sämtlicher Nationen, geladen waren. Nicht nur, dass der Ehrengast das anschließende Fest als schwer komatöse Alkoholleiche beendete -- er hatte auch das unter Boxern nicht leichtfertig zu nehmende Versprechen abgegeben, Tea-Bag und ihre zwei Freundinnen zu Schriftstellerinnen auszubilden.

(US) Der Hintergrund das Buches ist in erster Linie das Schicksal der Flüchtlinge aus Afrika und Osteuropa. Im Buch schreibt Mankell von Flüchtlingen, die in Schweden leben, aber ohne Papiere im Untergrund leben müssen. Also letztendlich gar nicht da sein dürfen.

Ungewöhnlicherweise für Mankell mit einer guten Portion Humor.

Erreicht das gewohnte Niveau frühere Bücher nicht.

Das Auge des Leoparden*****     Henning Mankell

Aus der Amazon.de-Redaktion»  Der weiße Mann arbeitet schnell und hart, aber Eile und Ungeduld sind in den Augen der Schwarzen ein Zeichen fehlender Intelligenz.« – Eigentlich hatte der junge Mann nur eine kurze Reise nach Afrika machen wollen, aber dann war er neunzehn Jahre geblieben. In Lusaka übernimmt er die Hühnerfarm einer weißen Engländerin und verfolgt ehrgeizige Reformpläne: Er will neue Häuser für die Schwarzen bauen, ihnen höhere Löhne bezahlen und ihren Kindern eine Schule einrichten. Er sorgt für die Witwe eines schwarzen Handwerkers und ihre vier Töchter, deren jüngste für ihn wie eine eigene Tochter ist. Doch bald mehren sich die Zeichen, dass sich die Zustände nicht so rasch in seinem Sinne ändern lassen. Seine weißen Nachbarn werden massakriert. Und der Mann, den er für seinen einzigen Freund hält, rät ihm, für immer wegzugehen ...
(US) Die Geschichte eines Schweden, der nach Afrika fährt und dort 19 Jahre bleibt. Der tagtäglich erleben muss, dass die Afrikaner die weißen Farmer verachten die ihnen ihr Land wegnehmen. Und es nie schafft, afrikanische Denkweise zu verstehen. Er muss die Farm zwangsläufig wie ein Kolonistenherr führen, was ihn im Grund widerstrebt. Er sieht, wie die eigenen Politiker und Beamte das Land durch Korruption und Vetternwirtschaft ausbeuten. Auch wie die Entwicklungshilfe europäischer Staaten für eigen Zwecke umgeleitet werden.

 Hochinteressantes Buch von einem Afrikakenner Mankell

Neue Vahr Süd*****    Sven Regener

Aus der Amazon.de-Redaktion
Frank Lehmann ist zurück. Neue Vahr Süd erzählt, wie es dem liebenswerten Kauz neun Jahre vor den Erlebnissen in Sven Regeners grandiosem Erstlingswerk Herr Lehmann ergangen ist. Lehmanns Freunde nennen ihn noch bei seinem Vornamen Frank, er wohnt noch in Bremen bei seinen Eltern im Neubauviertel Neue Vahr Süd und muss seinen Wehrdienst ableisten, weil er schlicht vergessen hat zu verweigern. Und damit ändert sich sein Leben völlig.

(US) Dieses Buch müsste statt 640 mindestens 1000 Seiten haben. Es ist einfach eine Freude, Franks Dialoge mit seinen Eltern und ganz besonders mit seinen Vorgesetzten bei der Bundeswehr, zu lesen. Dieser Mensch Frank lebt in Bremen, wohnt nach dem Auszug bei seinen Eltern in chaotischen Wohnverhältnissen mit Punks, ehemalige Kommunisten und sonstigen "linken" Typen und landet........bei der Bundeswehr. Gegensätzlicher kann es nicht sein.

Grandios !!!!!!

Der Winterkönig****    Bernhard Cornwell                                                                

Aus der Amazon.de Redaktion
Derfel, Zögling des Zauberers Merlin und Kampfgefährte von König Arthur, erzählt die Geschichte von Arthurs Heldentaten. Der erste Band der Romantrilogie jetzt erstmals im Taschenbuchformat. Cornwell ist auf dem Höhepunkt seines Könnens: Eindrucksvoll gelingt es ihm, hochintelligent und mit historischer Präzision eine längst vergessene Epoche zu strahlendem Leben zu erwecken.

(US) Wer hat als Kind oder Jugendlicher nicht einen Roman oder einen Film von der Arthussage gelesen oder gesehen? Dieser Roman erzählt die Geschichte Arthurs ganz anders als wir sie kennen. Arthur ist kein König sonder ein Bastard vom Großkönig Uther, Merlin ist "nur" ein Druide, Guinevere ist eine Frau mit großem Machtanspruch. Lancelot ist ein eingebildeter Königsohn und ein Feigling. Der Roman schildert die Protagonisten als "normale" Menschen, wie es der Zeit 400-500 n.C. entspricht. Keine glänzende Camelot-Burg, sondern ein Holzbau mit Palisaden. Genau das macht das Buch lesenswert.

Das Spiel des Engels****     Carlos Ruiz Zafón   

 Aus der Amazon.de Redaktion
David Martín ist siebzehn, als er die Chance seines Lebens erhält: Der Chefredakteur einer Regionalzeitung fragt ihn, ob er für einen ausgefallenen Beitrag Ersatz liefern könne. Und David Martín kann: seine Erzählungen "Geheimnisse von Barcelona" werden ein Riesenerfolg. Doch im Laufe der Zeit wird klar: Dieser Erfolg hat seinen Preis... Die mystisch-spannende Geschichte, die Bestsellerautor Zafón in Das Spiel des Engels entfaltet, zieht den Leser rasch in ihren Bann und entführt ihn in ein faszinierend morbides Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

(US) Dieses Buch knüpft an Zafón´s Erfolgsroman "Der Schatten des Windes" an. Es ist quasi eine Fortsetzung, wenn auch die Geschichte zwei  Generationen zurück in der Vergangenheit spielt. Das Buch (720 Seiten) ist gut geschrieben bzw. übersetzt und teilweise richtig spannend. Man erkennt schnell, dass es sich um den klassischen Teufelspakt handelt. Aber das Buch kommt an den Vorgängerroman "Der Schatten des Windes" nicht heran. Streckenweise wirkt es in Stoff und Sprache zu übertrieben (Mord und Totschlag mit Polizisten usw.) und lässt die leisen, eindringlichen Töne vermissen. Trotzdem hat mir die Lektüre von "Das Spiel des Engels" gut gefallen.

Zwischen Gott und der See****                    John Vermeulen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Es scheint John Vermeulen eine echte Herzensangelegenheit zu sein, die Biographien seiner berühmtesten niederländischen Landsleute abzuarbeiten. Pieter Bruegel , Hieronymus Bosch. Man ahnt, wer noch alles kommen könnte. Zwischendurch beleuchtet er einen kaum spektakulären, aber für das heutige Antlitz der Welt umso wichtigeren Mann. Im März 1512 erblickte Gerhard de Kremer im flämischen Rupelmonde das Licht der Welt. Gerhard Krämer? Kein Name für die Geschichtsbücher. Auch die latinisierte Namens- und Ortsbeschreibung Mercator Rupelmundanus rumpelte eher ungeschlacht daher. Besser klang da schon der Name, den sich der 18-jährige Studiosus verpasste: Gerhard Mercator! Seine Karten wiesen der Seefahrt den rechten Weg – und doch war Mercator weit mehr als nur ein Kartograph.

Gerhard Mercator (1512-1594) gilt als der Begründer der modernen Kartographie. Mit seiner Erfindung der "Mercator-Projektion" gelang es erstmals, die Kugelform der Erde auf eine zweidimensionale Karte zu übertragen. Nur knapp der Inquisition entkommen, verließ Mercator 1552 das niederländische Löwen und suchte mit seiner Familie Zuflucht im liberalen Duisburg. John Vermeulen beschreibt den Menschen hinter dem brillanten Wissenschaftler, sein Lebensdrama, seinen Kampf gegen Intrigen und Ignoranz in dem Jahrhundert, in dem die Welt neu erfunden wurde.

(US) Ich habe die oben angesprochenen Bücher Vermeulens über Pieter Bruegel (Die Elster auf dem Galgen) und über Hieronymus Bosch (Der Garten der Lüste) schon vor Jahren mit Begeisterung gelesen. Auch dieses Buch über Gerhard Mercator ist außerordentlich interessant und gut geschrieben.

Sehr gut

Huber spannt aus****                   Martin Suter

Aus der Amazon.de-Redaktion
Suters Geschichten in Huber spannt aus handeln von den Helden des Managements. Sie handeln von Männern, die Winterberg heißen oder Obermann oder Gantenbein. Von Männern, die Zielkonflikte und Schlafmanko haben, die Synergieeffekte mehr als ihre Ehefrauen lieben und denen beim Karrieremachen das Zufallsprinzip zur Hilfe kommt. Von Männern, für die Vokabeln wie „Lohntransparenz“, „Entscheidungsträger“ oder „After Work“ keine Fremdwörter sind (obwohl für sie nach der Arbeit immer vor der Arbeit ist) und die nach der Trennung „in gegenseitigem Einvernehmen“ weich in die finanzielle Hängematte fallen. Kurz: Suters Geschichten handeln von Männern, die wir nie kennen lernen wollten, obwohl sie uns das Fernsehen ständig präsentiert. Und von Männern, über deren Schwächen, Dummheit und lächerliches Katastrophentum wir liebend gerne schmunzeln.

(US) Um den Sinn der Kurzgeschichten aus der Business Class zu verstehen, ist es ungeheuer hilfreich, selbst mal im Räderwerk eines größeren Betriebes gearbeitet zu haben. Dann kommen einem viele der Typen aus Suters Geschichten seltsam bekannt vor. Ehrlicherweise muss ich aber auch zugeben, dass ich auch nicht alle Pointen verstanden habe. Das tut aber dem Vergnügen bei der Lektüre keinen Abbruch.

Der Chronist der Winde*****                     Henning Mankell

Aus der Amazon.de-Redaktion

»Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben.«      Nelio, ein zehnjähriges Straßenkind, erzählt um sein Leben. Er liegt mit einer Schusswunde auf dem Dach eines afrikanischen Hauses und weiß, dass er sterben wird, sobald seine Geschichte zu Ende ist. Er erzählt, wie die Banditen sein Dorf überfielen, seine Schwester massakrierten und ihn zwingen wollten, seine Verwandten zu töten. Wie er floh, den Weg in die große Stadt fand und Anführer einer Bande von Straßenkindern wurde. Vor allem aber erzählt er vom Leben dieser schwarzen Kinder. Von Mandioca, der Tomaten und Zwiebeln in seinen Taschen wachsen lässt, und von Deolinda, einem Albinomädchen, das die sexuellen Phantasien der Jungen erregt. Vom Geheimnis des Reichtums erzählt er, einer vertrockneten Eidechse in einem gestohlenen Aktenkoffer und einem nächtlichen Besuch beim Präsidenten. Und vom Paradies, das auf keiner Landkarte verzeichnet ist und das man doch finden kann.

(US) Wer dieses Buch gelesen hat, sieht Afrika mit anderen Augen. Unglaublich eindrucksvoll.

Die rote Antilope*****                         Henning Mankell

Aus der Amazon.de-Redaktion
Eine Geschichte über das Heimweh und ein erschütterndes Gleichnis über die Wurzeln des Fremdenhasses.

»Ich sehe den Jungen vor mir, mutterseelenallein auf den lehmigen Äckern in Schonen, im Nebel. Wie er dasteht und horcht nach den Trommeln in der Ferne …« (Henning Mankell)      Im Jahre 1877 findet der schwedische Forschungsreisende Hans Bengler am Rande der Kalahariwüste einen verwaisten Eingeborenenjungen und beschließt, für ihn zu sorgen. Dazu muss er ihn nach Europa mitnehmen. Doch obwohl Daniel (der eigentlich Molo heißt) die schwedische Sprache rasch versteht, wird er sich in diesem kalten Land nie heimisch fühlen. Er muss Schuhe tragen, an Türen klopfen und sich pausenlos anstarren lassen: die meisten Schweden haben nie zuvor einen Schwarzen gesehen.      Als sein Ziehvater mit dem Gesetz in Konflikt gerät, kommt Daniel zu einem kinderlosen Bauernpaar, wo man ihn zum Christentum bekehren will. Angeregt durch die biblische Geschichte, beschließt er zu lernen, wie Jesus auf dem Wasser zu gehen, um über das Meer nach Afrika zurückzukehren. Doch diese Sehnsucht wird ihm zum Verhängnis.
(US) Ich habe mich zu einem Mankell-Fan entwickelt und lese z.Z. seine Bücher wie im Rausch. Das ist wunderbar geschriebenes Buch. Besonders wichtig ist die Zeit - Ende des 19. Jahrhunderts - , als Schweden (und auch Deutschland) noch rückständig und dem Neuen noch nicht aufgeschlossen sind. Und in diesem kalten Land spielt die erschütternde Geschichte von Daniel aus der Kalahari-Wüste.

Beeindruckend

Das Geheimnis des Feuers*****           Henning Mankell  

Aus der Amazon.de-Redaktion
Sofia ist ein Dritte-Welt Kind. Ihr Vater wurde von Banditen getötet, die Mutter und die Kinder fanden nach langer Flucht einen neuen Ort, an dem sie bleiben konnten. Dann trat Sofia auf eine Mine. Damit das, was Sofia erlitten hat, nicht vergessen wird, hat Henning Mankell ihre Geschichte niedergeschrieben.

(US) Der Autor hat es fertig gebracht, das Leid besonders der Kinder in den armen, kriegsgeschüttelten Ländern Afrikas, ungeheuer ausdrucksstark und einfühlsam zu beschreiben. Das Buch ist genau genommen ein Kinder/Jugend-Buch. Beim Lesen kann man die eigene, traurigen Gefühle nicht unterdrücken.

Sehr zu empfehlen, auch für die eigenen Kinder.

Die Rückkehr des Tanzlehrers****         Henning Mankell

Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein rabenschwarzer Tag für Stefan Lindman: Erst hört der Kriminalbeamte aus dem südschwedischen Borås von seinem Arzt, dass er wahrscheinlich Zungenkrebs hat, dann liest er auch noch in der Zeitung, dass sein ehemaliger Kollege Herbert Molin in seinem Haus auf brutale Weise gefoltert und ermordet worden ist. Molin hatte sich nach seiner Pensionierung in die Einsamkeit der norrländischen Wälder im Norden Schwedens zurückgezogen -- und obwohl Lindman dem verschlossenen Alten nie besonders nah gekommen war, weiß er, dass es ein Rückzug aus Angst war. Doch wovor hatte Molin Angst? Und warum hinterließ der Mörder als sichtbaren Hinweis auf den Dielen des Hauses die blutigen Spuren eines Tanzes: den letzten, tödlichen Tango, zu dem er sein Opfer aufforderte?

Der Schock der Diagnose sitzt tief, doch Lindman schlägt den Erholungsurlaub aus und fährt ins kalte Härjedalen, um dem Mord an Molin auf den Grund zu gehen. Zusammen mit Giuseppe Larsson, dem leitenden Ermittlungsbeamten vor Ort, muss er sich nicht nur mit provinziellen Neidern auseinander setzen, sondern auch mit Molins Vergangenheit als glühendem Faschisten und überzeugtem Söldner in Hitlers Waffen-SS. Während Lindman und Larsson versuchen, die Teile des mörderischen Puzzles zusammen zu setzen, merken sie mehr und mehr, wie erschreckend lebendig die nationalsozialistische Vergangenheit in der Gegenwart ist. Harmlose Nachbarn äußern faschistische Überzeugungen mit schockierender Selbstverständlichkeit und radikal nationalistische Organisationen, wie zum Beispiel jene zum "Wohl Schwedens", erfreuen sich breitester Unterstützung der schwedischen Bevölkerung. Die schlimmste Erkenntnis für Lindman ist jedoch, dass er nicht mehr sicher sein kann, wem er trauen kann.

(US) Weil ich von dem Roman "Vor dem Frost" so begeistert war, habe ich sofort ein anderes Buch von Mankell gekauft und gelesen. Auch wenn der Roman nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, war ich doch sehr zufrieden. Besonders deshalb, weil hier das Problem der Nazi-Vergangenheit in Schweden angesprochen wird. Auch hier gab und gibt es noch heute Menschen, die dem Nazi-Idealen nahe stehen. Bedrückend.

Sehr lesenswert

Vor dem Frost*****         Henning Mankell

Aus der Amazon.de-Redaktion
Linda Wallander, Tochter des weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Kommissars, kommt sich vor wie auf dem Abstellgleis: Am 10. September soll ihr Dienst bei der Polizei von Ystad beginnen, und bis dort hat sie noch einen langen Sommer vor sich. Auch die avisierte eigene Wohnung ist noch nicht frei, und so muss sie ausgerechnet beim Vater unterschlüpfen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist äußerst gespannt und wird auch nicht besser, als Kurt Wallander mit einem schwierigen Fall konfrontiert wird.

In Ystad und im Umland übergießt ein scheinbar Wahnsinniger Tiere mit Benzin und steckt sie in Brand. Eine ältere Frau wird auf einer Wanderung in einer abgelegenen Schlucht bestialisch ermordet, und eine von Lindas ältesten Freundinnen verschwindet von einem Tag auf den anderen. Auch wenn ihr Vater es nicht wahr haben möchte: Zwischen all diesen Ereignissen besteht ein Zusammenhang. Es bedarf akribischster Ermittlungen und einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Kurt und Linda Wallander, bevor der dickköpfige Kommissar bereit ist, an eine Verschwörung größeren Ausmaßes zu glauben.

(US) Es kommt selten vor, dass ich ein Buch in nur wenigen Tagen durchlese. Es sind immerhin 540 Seiten. Unglaublich gut geschrieben und auch noch richtig spannend. Das Ungewöhnliche an diesem Kriminal-Roman ist, dass die Aufklärung des Falles nur den Rahmen für die Hauptdarsteller Linda und Kurt Wallander liefert. Die Hauptrolle spielen Vater und Tochter und ihre Beziehung zueinander. Da ich kein großer Freund von Kriminalromanen bin, habe ich lange einen Bogen um Henning Mankell gemacht. Das wird sich ändern. Sicher!!

Großartig

Niederland****              Joseph O´Neill

Literature.de - Das Literaturportal, 01.04.2009
In einem unendlichen Monolog macht man sich auf, Hans van den Broek auf seiner abenteuerlichen Lebensreise zu begleiten, die ihm im Hotel Chelsea einen gewissen Halt gibt, der ihm nach der Trennung von Frau und Kind abhanden gekommen ist. Im Wechsel mit realen Begebenheiten reflektiert Hans sein Leben. Seine Gedanken wandern zurück in seine Heimat Holland, und melancholisch- elegisch steigen Kindheitserinnerungen hoch, die ihm seine damalige verträumte und arglose Lebenshaltung herbeizaubern. Heute ist Hans ein empfindsamer Beobachter der Gegenwart, in der es um Amerika und seine Weltherrschaftsansprüche unter Bush geht; es geht um Krieg und Frieden, um die Wirtschaft, den Irak und die Risiken und Krisen einer Ehe.

Filigran gehen einzelne Erzählstränge in einander über, und das Leben in New York wechselt spontan die Farben. Van den Broek wandert durch die Strassen und Häuserschluchten und trifft Menschen von unterschiedlichster Lebensart, die seinen Weg unerwartet kreuzen. Der Wechsel zwischen harter Realität und feinfühligen Reflexionen, die in poetisch hinreißenden Sätzen Platz finden, nimmt den Leser gefangen. O’Neill zeigt in seinem Roman die Verstörung und nüchterne Weltbetrachtung neben den hoffnungsvollen Erwartungen einer ganzen Generation von Mittdreißigern. Mit Niederland ist Joseph O’Neill ein Meisterwerk gelungen, das die Bestsellerlisten erobern wird.

(US) Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich in die Person Hans van den Broek einfühlen konnte. Seine zum Teil langen Monologe über den Cricketsport haben es auch nicht leichter gemacht. Aber von Seite zu Seite wurde es besser. Fazit: Ein guter Roman.

Nicht ganz einfach, aber ausdrucksstark.

Die Braut des Florentiners****                 Richard Dübell

Klappentext
Florenz im 16. Jahrhundert: Lorenzo Ghirardi wird von einem wohlhabenden Kaufmann ausgeschickt, um dessen zukünftige Schwiegertochter Clarice abzuholen. Doch seine Mission gerät zur Katastrophe: Am Treffpunkt findet er nur noch geplünderte Wagen, Tote und Verletzte. Sein Schützling wurde von einer Verbrecherbande geraubt, dem berüchtigten "Wolfspack". Lorenzo weiß, dass er Clarice nur mit Hilfe einer List befreien kann. So heuert er als Söldner beim Wolfspack an und begibt sich damit in tödliche Gefahr...

(US) Ein wirklich spannender Roman. Hat mir gut gefallen.

Ein Grab in Gaza*****               Matt Beynon Rees

  • Kurzbeschreibung aus der Amazon-Redaktion
    Nachdem sein früherer Vorgesetzter bei einem Bombenattentat ums Leben gekommen ist, wird der Geschichtslehrer Omar Jussuf Direktor der UN-Schule in Bethlehem. Als er mit seinem neuen Boss, einem Schweden namens Magnus Wallender, in den Gazastreifen fährt, um UN-Schulen zu inspizieren, müssen sie erfahren, dass einer der UN-Lehrer verhaftet worden ist. Der Vorwurf: Er sei ein Informant der CIA, etwas, das seine Frau vehement bestreitet.
    Während Omar Jussuf und seine Kollegen sich noch darum bemühen, die Freilassung des Lehrers zu erreichen, wird Magnus Wallender von den Saladin-Brigaden entführt, der mächtigsten Miliz im Gazastreifen. Als ein anderer UNO-Mitarbeiter getötet wird, zieht die UNO ihre ausländischen Mitarbeiter aus dem Gazastreifen ab, und Omar Jussuf ist nun ganz allein auf sich gestellt, um die beiden anderen Kollegen zu retten. Dabei muss er sich der Korruption und Gewalt in Gaza stellen und herausfinden, was die Verhaftung und die Entführung, der Mord an einem palästinensischen Geheimdienstoffizier und eine gestohlene Rakete miteinander zu tun haben.

(US) Das ist der zweite in deutscher Sprache erschienene Roman aus dem besetzten Palästina. Und wieder beschreibt Rees die katastrophale Situation in der Region. Diesmal ist der Schauplatz der Gaza-Streifen. In dieser von Mord und Korruption beherrschten Stadt ermittelt wieder der Detektiv wider Willen Omar Jussuv. Sehr genau werden die Zustände in Gaza beschrieben. Nach Der Verräter von Bethlehem (siehe weiter unten) eine gelungene Fortsetzung dieser Reihe.

Der Goldsucher******                      J.M.G. LeClézio

Kurzbeschreibung aus der Amazon-Redaktion
Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean verbringt Alexis, der Ich-Erzähler von Le Clézios Roman, seine Kindheit in einer zauberhaften tropischen Landschaft nicht weit vom Meer. Die Mutter unterrichtet die Kinder zu Hause, der Vater, ein Träumer, erklärt ihnen den Sternenhimmel. Doch was so paradiesisch schien, bricht jäh zusammen, als der Vater 1892 mit seinen dilettantischen Geschäften Konkurs macht und ein Zyklon das Land verwüstet. Verarmt lebt die Familie in der Stadt Forest Side, wo der Vater stirbt. Um Unglück und Armut zu überwinden, bricht Alexis 1910 mit einem Segelschoner zu einer phantastischen Reise übers Meer auf. Er will nach alten Plänen und Karten seines Vaters einen sagenhaften Schatz heben, das Gold des Korsaren, dessen Versteck ihm sein Vater, bevor er starb, noch verraten hat - in einer Bucht auf Rodriguez, einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Doch das Gold, nach dem Alexis immer verzweifelter sucht, bleibt unauffindbar. Uma, eine junge Schwarze, rettet ihn, und er glaubt für einige Zeit bei ihr das Glück gefunden zu haben. Der erste Weltkrieg bricht aus, und Alexis meldet sich freiwillig, er kämpft in der englischen Armee in Frankreich, an der Somme. Es sind für ihn "tote Jahre", und als er nach Mauritius zurückkehrt, ist er erwachsen geworden. Seiner Familie hat er sich entfremdet, Uma ist nur noch ein Traum, die Kindheit eine Erinnerung und den Goldschatz von Rodriguez gibt es nicht. Was er auf seiner abenteuerlichen Fahrt gesucht hat, findet er in sich selbst.

(US) Wenn man den Titel und den Umschlagtext liest, dann denkt man sofort an einen der unzähligen Abenteuerromane. Dem ist nicht so. Die Sprache, die Beschreibung der Protagonisten, das Beschreibung der Lebensumstände und der Landschaft, in der Alexis aufwächst, ist reinste Poesie. Auf Le Clézio, von dem ich noch nichts gelesen hatte, bin ich durch die Verleihung des Literatur-Nobelpreises gekommen. Ein Buch, das einen bis zur letzten Seite fesselt

Große Literatur, sehr zu empfehlen.

Der Befehl ****                      Scott Turow

Als der Journalist Stewart Dubinski sich daran macht, den Schrank seines kürzlich gestorbenen Vaters David aufzuräumen, erwartet er nicht mehr als Erinnerungsbruchstücke. Doch dann fallen ihm 60 Jahre alte Briefe und Dokumente in die Hände, die die Familiengeschichte, wie er sie kannte, gänzlich umkrempeln. Seite für Seite entdeckt Stewart einen völlig neuen Menschen. Ein hochklassiger Thriller, ein leidenschaftlicher Appell wider den Irrsinn des Militarismus und die Geschichte einer einzigartigen Liebe.

(US) Ein Anti-Kriegbuch, wie es realistischer nicht sein kann. Der Roman spielt im harten Winter 1944-1945 beim Vormarsch der Amerikaner. In den Ardennen stoßen sie auf heftigen Widerstand der deutschen Wehrmacht. Der Militär-Rechtsanwalt David Dubin (Dubinski) gerät bei seinen Ermittlungen in die umkämpfte Frontlinie und muss als Infanterie-Offizier aktiv an den Kämpfen teilnehmen. Ohne Pathos (wie sonst bei Amerikanern häufig festzustellen) schildert Turow die unendlich grausamen Kämpfe. Bedrückend. Dazu kommt, dass Romane/Berichte aus diesem Teil der Front relativ selten sind. Ich jedenfalls habe noch nicht viel darüber gelesen.

Empfehlenswert

Der Verräter von Bethlehem *****         Matt Beynon Rees

Aus der Amazon.de-Redaktion
Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem, ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Die christliche Minderheit schmilzt immer mehr zusammen, und gerade als Omar Jussuf sich dazu durchgerungen hat, mehr Abstand von der Schule zu gewinnen, wird einer seiner ehemaligen Lieblingsschüler verhaftet. George Saba, ein Christ, soll als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein. Jussuf kann nicht glauben, dass Saba "der Verräter von Bethlehem" sein soll. Als niemand das geringste Interesse daran zeigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, beginnt der Lehrer auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei ist er alles andere als ein Held, ihn plagen Rückenschmerzen, ihm zittern die Hände, und besonders waghalsig war er noch nie. Die Morde aber gehen weiter, und Jussuf kämpft mit aller Kraft, damit kein Unschuldiger verurteilt wird. Vor einem politisch brisanten Hintergrund entspinnt Matt Beynon Rees eine tragische Geschichte, die uns am palästinensischen Alltag teilhaben lässt. Besatzung, Korruption und Selbstmordattentate zwischen bewaffneten Banden sind hier Normalität.

(US) In der 3Sat-Sendung "Kulturzeit" habe ich ein Interview mit Rees gesehen. Er erläutete dort die Hintergründe zu diesem Roman. Rees, ein Engländer, war viele Jahre Bürochef der Time in Jerusalem. Er spricht Arabisch und Hebräisch. Sein Anliegen ist, die fast täglichen Fernsehberichte aus dem Nahen Osten (Israel/Palästina) mit fundiertem Hintergrund zu versehen. Das ist, seiner Meinung nach, nur in Form eines Romans mit wahren Hintergrund zu machen. Er schreibt: Die in dem Roman beschriebenen Verbrechen haben sich wirklich in Bethlehem zugetragen. Nur die Namen und einige Umstände wurden verändert.

Großartiges Buch. Man kann schon sagen: Pflichtlektüre

Das kupferne Zeichen ****                  Katia Fox

Über dieses Buch: England, 12. Jahrhundert. Ellen fühlt sich nirgends so wohl wie in der Schmiede ihres Vaters. Ihr größter Traum ist es, eines Tages Schwertschmiedin zu werden. Doch das ist für Mädchen unmöglich. Allen Schwierigkeiten zum Trotz folgt sie ihrer Berufung und taucht als Junge verkleidet ein in die Welt des Königshofs. Denn sie will ein Zeichen setzen, mit einem Schwert, das unvergleichlich ist und vollkommen. Aber die Lüge, auf der sie ihr Leben aufgebaut hat, wird ihr zum Verhängnis, als sie sich in einen Ritter verliebt. Zu spät erkennt Ellen, wem sie vertrauen darf ...

(US) Eine nette Geschichte, recht solide geschrieben. Angenehme Lektüre. Nicht übermäßig anspruchsvoll, trotzdem gut zu lesen. Eine gewisse Seelenverwandtschaft mit Rebecca Gable (siehe weiter unten) ist nicht zu übersehen.

Alles umsonst *****                    Walter Kempowski

Aus der Amazon.de-Redaktion   Ostpreußen im Januar 1945: Alles ist in Auflösung, Flüchtlingsströme wälzen sich in Richtung Westen. Nur auf dem Gutshof der von Globigs scheint die Welt noch heil zu sein. Bis auch hier die Ordnung zusammenbricht. Wohl niemand ist berufener als Walter Kempowski, der "Chronist des Jahrhunderts" (Die Zeit), das Drama der Flucht aus Ostpreußen in einem großen Roman darzustellen. Auf bemerkenswert unideologische Weise setzt er sich ohne Schuldzuweisung und moralische Wertung mit diesem schwierigen Kapitel deutscher Vergangenheit auseinander.
(US) Oft habe ich in meinem Leben die Bilder/Filme von den Flüchtlingstrecks bei eisiger Kälte gesehen. Dieses unglaublich Elend mit erfrorenen Frauen, Kindern und auch kriegsversehrten Männern am Wegesrand bewegt mich immer noch sehr. In diesem Roman beschreibt Kempowski nicht nur die eigentliche Flucht, sondern auch die Tage vor dem Aufbruch. Die Personen werden mit kurzen Worten mit ihren Eigenheiten beschrieben. Ebenso kurz - z.T. nur in einem Satz- wird auch der Tod der Menschen ausgedrückt. Beklemmend.

Wie in diesem Buch kann ein kein Historiker das Leid der Flüchtlinge beschreiben.

Das Haus Gottes *****               Charlotte Lyne

Auszug: Der Club    Ein Mittelalterroman, so gewaltig und majestätisch wie ein königliches Schiff auf dem Meer! Portsmouth, England, 1336. Die tatkräftige Dorothy heiratet den attraktiven Symond, Sohn des berühmten Schiffsbauers Aimery Fletcher. Doch der entpuppt sich als Luftikus und Frauenheld. Ohne die Unterstützung ihres Schwiegervaters wären Dorothy und ihre Kinder verloren. Da geschieht eine unfassbare Katastrophe: Die Franzosen legen Portsmouth in Schutt und Asche. Wird es Dorothy, ihren Kindern und Aimery gelingen, in der nun von Krieg und Pest gebeutelten Stadt zu überleben?

Charlotte Lyne, geboren 1965 in Berlin und Enkelin eines Schiffsbauers, studierte Germanistik, Latein, Anglistik und Italienische Literatur in Berlin, Neapel und London. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in London. »Das Haus Gottes« ist ihr dritter Roman.

(US) Der Roman fällt durch eine eigenwillige, der Zeit angepassten Sprache positiv auf. Er hebt sich dadurch von den gängigen historischen Romanen klar ab. Die Beschreibung der großen Pestwelle im 14. Jahrhundert ist ein Bestandteil des Romans. Ohne auf den Leser Rücksicht zu nehmen, wird in ungeschminkter Sprache das Leiden beschrieben. Und wie die Menschen damit fertig werden.

Ein beeindruckendes Buch

Ghost ***                             Robert Harris                                                                   

Aus der Amazon.de-Redaktion
Es ist schon eine ganz und gar unerhörte Geschichte, die uns der britische Bestseller-Autor Robert Harris da zu Ohren bringt. Ausgerechnet Adam Lang, der ehemalige und hoch angesehene Premierminister von England, soll ein geschickt vom CIA auf diesen Posten lancierter Handlanger des US-amerikanischen Geheimdienstes gewesen sein! Das findet der Ich-Erzähler, Ghostwriter von Langs Memoiren, heraus, als er Lang und seine Umgebung interviewt. Aber bei seinen Recherchen kommt er einem noch weit unglaublicheren Komplott auf die Spur, bei dessen Aufdeckung ihn dasselbe Schicksal wie das seines Vorgängers zu ereilen droht: Dessen Leiche war zuvor an den Strand von Marthas Vineyard in der Provinz New York gespült worden...

(US) Robert Harris ist mir in sehr guter Erinnerung durch seine Bücher "Pompeji" , "Imperium" und "Aurora" (weiter unten). Dieses Buch jedoch, obwohl als "Bestseller" angepriesen, kommt an seine Vorgänger nicht heran. Interessant ist nur die Aussage, dass Harris mit diesem Buch eine Abrechnung mit dem ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair vollziehen wollte. Nun ja, wenn es den so sein soll.  Sprache und Story könnten besser sein.

Der Mann im Salz****                Ludwig Ganghofer

Kurzbeschreibung
Berchtesgadener Land, Anfang des 17. Jahrhunderts: Der junge Bergmann Adelwart findet bei einer Sprengung im Salzbergwerk den gut erhaltenen Leichnam eines Urmenschen. Die Bevölkerung, die der neuen Sprengtechnik mit Argwohn begegnet, vermutet in dem behaarten Entseelten den Teufel. Obwohl der Wahn der Hexenverfolgungen in Berchtesgaden gebrochen schien, flackert nun der religiöse Fanatismus wieder auf. Schon bald wird Adelwarts Geliebte Madda als Hexe verleumdet. Dem Liebespaar bleibt nur die Flucht. Doch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges kündigen sich bereits an ...

(US) Weil ich nichts zu lesen hatte, habe ich meinen Bücherschrank durchsucht. Ich fand -aus ererbten Beständen - dieses Buch von L. Ganghofer. Der Autor hat diesen Roman 1906 geschrieben. Also, sagte ich mir, für 1-2 Abende schau ich mal rein, dann hole ich mir neue Bücher. Es kam aber ganz anders. Nach anfänglichen leichten Problemen mit der Sprache - ein Gemisch aus Deutsch mit bayerischen und lateinischen Sätzen - gefiel mir das Buch immer besser. Auch die altertümlichen Bezeichnungen in der Sprache hatte ich nach kurzer Zeit verstanden. Ergebnis: Ich habe das Buch in wenigen Tagen durchgelesen und fand es außerordentlich interessant.

Der letzte Weynfeldt *****                Martin Suter

ISBN-13: 978-3257066302 Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Mittfünfziger Adrian Weynfeldt, Kunstexperte und Designsammler, steht zwischen zwei Welten. Freunde seines Alters hat er keine: nur viel jüngere, die ihn – „das etwas exotische Original“ -- nicht zuletzt wegen seines Reichtums umgaren, und ältere, die noch seine Eltern kannten. Mit ersteren besucht Weynfeldt Clubs und Lounges, „für die er sich allein zu alt gefühlt hätte“. Mit letzteren geht er in gutbürgerliche Restaurants und verbringt „angestrengt lustige“ Abende. Dazwischen hat Weynfeldt nichts dagegen, allein zu sein. Im Gegenteil: Er genießt die Einsamkeit. Sex spielt in seinem Leben eigentlich keine Rolle mehr.

Mit seinen älteren Freunden ist Weynfeldt auch unterwegs gewesen, als sich sein Leben schlagartig ändert. In einer Bar wird er von einer jüngeren Frau angesprochen, die ihm wie eine Wiedergängerin einer verflossenen Liebe erscheint. Als es dann doch noch zum Äußersten kommt, ist dieses Äußerste anders als von Weynfeldt erwartet. Am nächsten Morgen nämlich droht die Frau, sich vom Balkon seiner Wohnung zu stürzen. Als er sie rettet, legt sie ihr Schicksal in seine Hand. Weynfeldt soll ihre Schwierigkeiten aus der Welt schaffen. Und dann entwickelt sich die Geschichte doch noch ganz anders, als es der Junggeselle erwartet hat...

(US) Die Bücher von Martin Suter haben einen großen Fehler: Sie sind zu dünn. Immer nur so um die 300 Seiten. Wann schreibt der Mann mal einen Roman mit 700-800 Seiten?? Schön wäre es. Wieder mal fasziniert Suter mit seinem hervorragenden Schreibstil und die Beschreibung der Protagonisten. Im Mittelpunkt des Romans steht ein berühmtes Bild des Schweizer Malers Felix Vallotton. Es geht um Kunsthandel und Fälschungen. Ein höchst interessante Thema.

Ein hervorragendes Buch.

Die Kathedrale des Meeres *****             Ildefonso Falcones

Aus der Amazon.de-Redaktion
Langsam wird der Vergleich müßig. Kaum tauchen auf dem Buchcover irgendwelche sakralen Bauelemente auf, wandert der Blick durch düsteren Kreuzgang -, gibt’s Unruhe unter den Kathedralenliebhabern. Aha, ein neuerlicher Versuch, Die Säulen der Erde, diesen Everest unter den historischen Romanen, zu toppen. Der katalanische Anwalt Ildefonso Falcones kann einem schon Leid tun. An solch gnadenlosem Maßstab gemessen zu werden, erinnert schon eher an sportliche, denn literarische Kategorien. Und verstellt den Blick aufs Schöne und Wesentliche. Fünf Jahre ließ der Mann sein Herzblut in die Entstehung von Barcelonas imposantestem Sakralbau fließen. Heraus kam ein dicht und streng erzähltes Werk, das Kataloniens dunkelste Zeit förmlich mit Licht durchflutet - und dabei sehr gut auf eigenen Säulen ruhen kann!    Dachten auch die Käuferscharen, die den mühevollen Weg eines Vaters und seines Sohnes in die Freiheit wie ein katalanisches Heldenepos bejubelten. Man versteht, warum. Die Bedeutung des Wortes ‚Leibeigenschaft’ wird im beklemmendem Eingangskapitel brutal bebildert. Mitten in die schlichte Hochzeitsfeier des Gutsherren Bernat Estanyol mit Francesca platzen der Lehnsherr Llorenç de Bellera und seine Ritter. Das nun eingeforderte „Recht der ersten Nacht“ war im katalanischen Rechtswesen des 14. Jahrhunderts fest verankert. Als der Feudalherr und seine feixenden Spießgesellen die Brautleute und das Gehöft johlend verlassen, ist eine gerade geschlossene Ehe in ihren Grundfesten zerstört. Ein Jahr später entflieht Bernat mit Arnau, seinem neugeborenen Sohn, dem Joch des furchtbaren Adligen. Barcelona heißt das Ziel. Hier, in der aufstrebenden Metropole, winkt die Freiheit. Und ihr mächtiges Symbol ist gerade im Werden!

(US)  Natürlich hat mich der Vergleich mit "Säulen der Erde" auch zum Kauf des Buches ermuntert. Da ich aber sehr gerne historische Romane lese, hätte ich das Buch sowieso gekauft. Nach dem hervorragenden Buch Der Schatten des Windes  ******   von Carlos Ruiz Zafon (siehe weiter unten) ist es wieder ein Buch, das in Barcelona spielt. Der Vergleich mit Die Säulen der Erde ist nicht zu vollziehen, da der Bau der Kathedrale Maria del Mar nur ein Nebenschauplatz ist. Es wird sehr anschaulich das Leben des Protagonisten Arnau mit seinem Aufstieg vom Steineträger (Bastaix) zum angesehenen Kaufmann beschrieben. Mit allen Höhen und Tiefen.

Ein gut geschriebenes, spannendes Buch

Hundstage****                     Walter Kempowski                                                   

Kurzbeschreibung aus der Amazon-Redaktion
"Hundstage" - die heißesten Tage des Sommers. Diese Zeit will der Schriftsteller Alexander Sowtschick auf seinem schönen Anwesen in Norddeutschland verbringen. Allein, ohne seine Ehefrau und ganz auf sein neues Werk konzentriert. Aber die geplante Idylle wird gründlich gestört: Es kommt zu einer Reihe unvorhergesehener Ereignisse - bis hin zu einem Mord. Und Alexander Sowtschick nähert sich immer mehr den Abgründen der eigenen Seelenlandschaft.

(US) Seid langer Zeit habe ich mal wieder ein Buch von einem deutschen Autoren gelesen.

Nun zu Kempowski.  Dieses Buch, für mich das Erste von ihm, hat mir sehr gut gefallen. Da schreibt ein Schriftsteller über einen Schriftsteller der ein Buch über einen Schriftsteller schreibt. Aber das steht nicht im Vordergrund. Dort steht das Leben, Denken, Eitelkeiten und Ängste eines Schriftstellers an erster Stelle.

Interessante Lektüre

Im Zeichen der Seraphim ****             John Sack

Der heilige Franziskus von Assisi ist gerade einmal 40 Jahre tot, seine Nachfolge in der von ihm begründeten Bruderschaft der Franziskaner noch nicht in letzter Konsequenz gefestigt. Da wird der junge Eremit Conrad mit einer kryptischen Botschaft von seiner Klause im Apennin aus auf die Suche nach der Wahrheit über den Gründervater geschickt. Widerwillig nimmt er den Auftrag an und stößt dank der Hilfe einer Novizin mit dem bezeichneten Name Amata in geheimen Büchern auf merkwürdige Geschichten, bevor er vom Abt in dessen Folterkammer gesperrt wird: Seine Liebe zur Wahrheit hat ihn auf die Spur eines dunklen Geheimnisses gebracht (US) Interessantes Buch über die Legendenbildung katholischer Heiligen, in diesem Fall Franz von Assisis. Alle mischen mit: Pabst, Kardinäle und Ordensgeistliche. Die Hauptsache ist, dass das Volk glaubt.

Der Kaffeehändler ****                David Liss

Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion
Ein großer historischer Roman aus dem Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Amsterdam im 17. Jahrhundert - florierende Geschäftsstadt, Magnet für allerlei Menschen, die ihr Glück machen wollen. Miguel Lienzo, einst erfolgreicher Geschäftsmann, der durch Pech alles verloren hat, bekommt die Chance, in den Kaffeehandel einzusteigen, der bis jetzt noch in den Kinderschuhen steckt. Miguel wittert großes Geld. Doch er hat weder mit seinem Erzfeind Parido gerechnet,

(US) Sehr interessantes Buch über die Aktivitäten des Börsenhandels im 17. Jahrhundert. Die Hauptdarsteller sind Juden, die aus Portugal vor der Inquisition geflüchtet sind und nun im liberalen Holland eine neue Heimat gefunden haben. Gerade das strenge Abschotten der Juden von der christlichen Welt wird gut dargestellt. Sie fühlen sich auch im Ausland als Nation mit eigenen Regeln. Sehr detailgenau beschrieben.

Die dreizehnte Geschichte*****           Diane Setterfield

Kurzbeschreibung aus der Amazon-Redaktion
Sie ist Englands erfolgreichste Autorin und in aller Munde, und doch weiß keiner, was damals in jener Nacht, als der Familiensitz bis auf die Grundmauern niederbrannte, wirklich geschah. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und beichtet der Buchhändlerin Margaret die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester. Margaret liebt nichts mehr, als sich in alte Romane zu flüchten und Biografien über unbeachtete Persönlichkeiten aus früheren Jahrhunderten zu schreiben. Umso erstaunter ist sie, als sie eines Tages einen Brief erhält von Englands bekanntester Autorin: Vida Winter. Margaret soll die Erste sein, der sie nun am Ende ihres Lebens die Wahrheit über ihre geheimnisumwobene Vergangenheit preisgibt. Jahrzehntelang hat Vida Winter, die einstmals Adeline Angelfield genannt wurde, Stillschweigen darüber bewahrt, was an jenem Tag geschah, als der Familiensitz bei einer Feuersbrunst in Schutt und Asche gelegt wurde. Vidas Geständnis führt weit zurück in die Vergangenheit; zu ihrem Großvater, mit dem der Niedergang der einst angesehenen Familie Angelfield begann; zu ihrer schönen Mutter, die am Schmerz Vergnügen fand. Und zu Adeline und ihrem Zwilling Emmeline, die eine zurückgeblieben, grausam und voller Wut, die andere gütig und immer zufrieden. Bei diesem Teil der Familiengeschichte angelangt, beginnt Margaret an Vidas Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Diese kluge Dame, deren Menschenkenntnis verblüfft - sie soll das zurückgebliebene Kind Adeline gewesen sein? Mehr und mehr fragt sich Margaret, wer Vida Winter eigentlich wirklich ist. Diane Setterfield entführt uns in die düstere Welt der Angelfields, in der Familienbande unauflösbar sind, in der Liebe und Hass, Wahnsinn und Tod ganz nahe beieinander liegen. Ein schaurig-schöner Roman und zugleich eine Hommage an die viktorianischen Klassiker des 19. Jahrhunderts.
(US)  Sehr skeptisch habe ich dieses Buch auf Empfehlung gekauft. Sehr skeptisch habe ich die ersten Seiten gelesen. Dann aber habe ich von Seite zu Seite mehr Gefallen an diesem Buch gefunden. Die 528 Seiten habe ich knapp 14 Tagen gelesen. Hervorragend geschrieben, wunderbare Sprache, spannend, typisch England.

Sehr zu empfehlen

Herrin der Lüge***                      Kai Meyer

Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion
Frühjahr 1210. Der Bürgerkrieg hat das Land verheert, und ein Raunen geistert durch Dörfer und Burgen: Eine neue Heilige predigt den Kreuzzug gegen die Ungläubigen - doch nur Frauen sollen ihr folgen, unberührt und jung. Die Menschen nennen sie die Magdalena, aber in Wahrheit steckt im Gewand der Predigerin die junge Gauklerin Saga. Von der skrupellosen Gräfin Violante von Lerch in diese Rolle gezwungen, besitzt Saga ein besonderes Talent: Sie ist die beste Lügnerin der Welt. Was immer sie behauptet - die Menschen müssen ihr glauben. Während Saga mit tausenden Anhängerinnen gen Jerusalem zieht, macht sich ihr Zwillingsbruder Faun auf, sie aus den Fängen der Gräfin zu befreien. Gemeinsam mit der Herumtreiberin Tiessa folgt er dem Kreuzzug der Jungfrauen durch ein verwüstetes Europa, über das Mittelmeer bis ins Heilige Land. Nicht nur Gräfin Violante, auch der mächtige Templerorden, Papst Innozenz und sogar der Kaiser - ein jeder hat eigene mitleidlose Gründe, den Krieg der Jungfrauen gegen die Ungläubigen zu entfachen. Und Saga erkennt: Wenn es ihr nicht gelingt, ihre eigene Schwäche zu besiegen, wird sie fünftausend Unschuldige geradewegs in die Hölle führen.

Als die Stunde der Entscheidung naht, steht Saga vor der größten Aufgabe ihres Lebens. Gemeinsam mit Faun und Tiessa kommt sie einer monströsen Verschwörungen auf die Spur - der Lüge im Herzen der Christenheit!

(US) Ein durchschnittlicher, aber teilweise recht spannender Roman.

Aurora ****                       Robert Harris

Als der britische Historiker Kelso Einzelheiten über ein bislang unbekanntes Notizbuch Stalins zugespielt bekommt, wittert er eine Sensation. Kurze Zeit später wird der Informant ermordet, und es beginnt eine lebensgefährliche Jagd, die Kelso quer durch Russland führt. Auf geniale Weise verbindet Robert Harris wie schon in "Vaterland" und "Pompeji" historische Fakten und Fiktion.

(US) Ein spannender Roman und ein ungewöhnliches Thema aus dem heutigen Russland.

Lesenswert

Der Katalane ****               Noah Gordon

Katalonien, 1874. Vier lange Jahre hat Josep sich vor den Männern versteckt, die Spaniens Ministerpräsidenten ermordet haben - denn er ist der einzige noch lebende Zeuge. Nun hofft er, dass Gras über die Sache gewachsen ist - und er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Auf dem Gut seiner Väter möchte er Wein kultivieren. Doch Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof sind horrend. Tapfer nimmt Josep den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt ... Eine mitreißende Mischung aus Historienepos, Spannungsroman, Familiengeschichte und Liebesdrama.

(US) Dieses neue Buch von Noah Gordon kommt zwar nicht an den "Der Medicus" heran, aber ist trotzdem eine interessante Lektüre aus dem Spanien Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders einfühlsam wird das harte Leben der Weinbauern im Bereich Barcelona - Französische Grenze beschrieben.

Lesenswert

Asha *****                        David Ball

Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein -- wenig bekannter und kaum beachteter -- Markstein der abendländischen Geschichte steht im Mittelpunkt dieses Romans: die Verteidigung Maltas durch eine Hand voll mutiger Ritter des Malteserordens gegen die übermächtige Flotte der Osmanen im Jahr 1565. Die Vorgeschichte: Der Johanniterorden hatte jahrzehntelang von Rhodos aus mit seinen Schiffen darüber gewacht, dass die Muslime nicht in den Mittelmeerraum vordrangen; nachdem der Osmanenherrscher Suleiman der Prächtige die Insel 1522 erobert hatte, sprach Karl V. den Ordensrittern 1530 die Insel Malta zu, von wo aus der Malteserorden, wie er sich nun nannte, fortan das christliche Europa gegen die Muslime verteidigte. 1565 kam es eben zur entscheidenden Schlacht, und trotz größter zahlenmäßiger Unterlegenheit verteidigten die Malteserritter die Insel -- wer weiß, wie viel vom Christentum übrig geblieben wäre, wenn diese Schlacht damals verloren gegangen wäre.

(US) Ein spannender Roman mit sehr viel historischem Hintergrund. Ich habe immer wieder die tatsächlichen Vorgänge der "Schlacht um Malta" in diesem Roman im Internet nachgeprüft. Der Autor hat sich streng daran gehalten. Durch die Romanpersonen bekommt die Story einen nachvollziehbaren, menschlichen Hintergrund.

Sehr gut

Die Rabenfrau ****               Regine Leisner                                              

(US)  Diese Steinzeitgeschichte spielt in Deutschland vor 11200 Jahren. Zu dieser Zeit brach in der Eifel ein Supervulkan aus (Gebiet des heutigen Laacher See) und verwüstete einen großen Teil Deutschlands. Die Sippe der "Rabenfrau" lebte in der Gegend zwischen Schweinfurt und Bamberg. Das Buch beschreibt sehr spannend wie die Sippe ums Überleben kämpfen muss. Außerdem wird sehr überzeugend dargestellt, wie die damaligen Menschen den Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat vollzogen. Ob es wirklich so ablief, ist aber nicht wirklich wichtig. Es könnte aber so gewesen sein. Freunde von Jean M. Auel´s "Ayla" werden das Buch mögen.

Sehr interessantes Buch

Gibt es intelligentes Leben ? ****          Dieter Nuhr

Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion
Wo sitzt die Intelligenz? Im Menschen? Der Mensch ist ein heißer Kandidat. Er ist objektiv intelligenter als ein Strudelwurm. Dazu kann er Müll trennen, 16-stöckige Häuser aus Ziegendung bauen und rauchen, allerdings nicht in öffentlichen Gebäuden. Wenn er nicht mehr klarkommt mit seinem Haufen Hirn, lässt er das Denken einfach sein. Dann fährt er Auto. Dieter Nuhr ist bis ans Ende der Erdscheibe gereist, um Intelligenz zu finden - nach Birma, Rarotonga, ja sogar nach Österreich. Seit 1994 ist Dieter Nuhr mit seinen Soloprogrammen in ganz Deutschland auf Tour. Er ist der einzige Künstler, der sowohl den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett als auch den Deutschen Comedypreis gewonnen hat.

(US) Die Frage "Gibt es intelligentes Leben"? beantwortet Nuhr mit jein. Flüssig und mit der bekannten Mischung aus Humor und ernster Realität beschreibt Nuhr auf seiner Weltreise die Menschen. Wobei ein Vergleich mit der Flora und Fauna nicht ausgeschlossen wird.

Ich möchte zwei Sätze aus dem Buch zitieren: Wenn die Blödheit die Menschen in den Selbstmord treiben könnte, wäre Überbevölkerung wahrscheinlich kein Thema auf dieser Welt. Aber wir hätten Probleme mit der Enge auf unseren Friedhöfen. Übersetzt würde das für mich heißen: Das Klima in Thailand ist wärmer als in Ostfriesland, aber dafür gibt es hier keine Krokodile. Irgendwas ist immer.

Prima

Ein perfekter Freund *****              Martin Suter               

Aus der Amazon.ch-Redaktion
Welch ein Erwachen! Kaum Gefühl im Gesicht, keine Ahnung, wo man ist. Und die Frau, die sich so rührend um einen kümmert, soll die eigene Freundin sein? Der Journalist Fabio Rossi hat einen Gedächtnisverlust erlitten. Irgendjemand hat ihm kräftig auf den Schädel gehauen. 50 Tage fehlen ihm seitdem. Und in diesen paar Tagen habe er sein Leben komplett umgekrempelt, habe Wohnung und Partnerin gewechselt, sei überhaupt nicht mehr der, der er einst wahr. Und das nicht zu seinem Vorteil. Als Journalist begibt er sich nun auf Recherche in eigener Sache und rekonstruiert die letzten Tage vor dem Black-out.

(US) Wieder ein klasse Roman von Martin Suter. Mittlerweile gehört er zu meinen Lieblingsautoren (siehe weiter unten). Der Story ist - wie immer- klar und nachvollziehbar. Auch kommt ein gewisser (Schweizer) Humor nicht zu kurz. Seine Sprache/Schreibstil ist perfekt.

Unbedingt lesen

Das Spiel der Könige *****              Rebecca Gablé

England im Jahre 1455: Die Häuser Lancaster und York kämpfen um den rechtmäßigen Thronfolger. Als ein York König wird, muss Julian of Waringham, Anhänger des Hauses Lancaster, in den Widerstand gehen. Auch seine Schwester Blanche flieht vor ihrem prügelnden Ehemann. Für die Geschwister beginnen schwere Zeiten. Der letzte Band der Trilogie erzählt detailgenau von den Rosenkriegen und zeichnet dabei wieder eindringliche Charaktere.

(US) In nur 4 Wochen habe ich den 3.Band (1200 Seiten) der Waringham-Familie gelesen. Es ist R. Gablé sehr gut gelungen, die Hauptdarsteller in die Geschichte des Rosenkrieges einzubinden. Zwischendurch habe ich immer wieder die historischen Figuren mit der Hilfe von Wikipedia nachvollzogen, um noch mehr Informationen zu erhalten.

 Es ist allerdings hilfreich, wenn man die ersten zwei Bände auch gelesen hat. (siehe weiter unten) Der Schreibstil ist sehr gut und für Anhänger des historischen Romans unbedingt lesenswert.

Die Entdeckung der Langsamkeit ******          Sten Nadolny

Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion     Der preisgekrönte Roman Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny behandelt – wie fast alle seine Bücher – das Thema Reisen. Dabei mischt der Autor authentische Ereignisse mit fiktionalen Elementen.
Inhalt: Der Roman erzählt das Leben des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin (1786–1847), der schon als Jugendlicher an Seeschlachten teilnahm (Kopenhagen 1801, Trafalgar 1805). Sein Lebensziel war die Entdeckung der Nord-West-Passage nördlich des nordamerikanischen Festlandes, der Verbindung von Atlantik und Pazifik. Nach zwei Arktisexpeditionen war Franklin kurzzeitig Gouverneur in Tasmanien, bevor er auf der dritten Forschungsreise einen Schlaganfall erlitt und mit seiner Mannschaft im ewigen Eis starb.
Die Entdeckung der Langsamkeit ist zugleich Abenteuer- wie Entwicklungsroman. Nadolny greift die biografischen Fakten aus dem Leben Franklins auf, ergänzt das Porträt des Kapitäns jedoch um einen wesentlichen Punkt: Franklin ist ein langsamer Mensch, im Denken, Sprechen und Handeln, eigentlich zu langsam für die moderne Zeit der industriellen Revolution. Die vermeintliche Schwäche des Außenseiters wird jedoch als Ausdauer, Gründlichkeit und Gelassenheit zur Stärke. Franklin entzieht sich der Beschleunigung des Zeitalters und setzt ihr seine Haltung und Anschauung entgegen, nach der jedes Individuum seinen Fähigkeiten entsprechend einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann. Damit ist er zugleich Kritiker der modernen Zivilisation wie als Forscher deren typischer Vertreter. Franklins Langsamkeit erscheint geradezu als Voraussetzung für eine humane Gesellschaft, getragen vom Respekt der Menschen untereinander und einem verantwortungsvollen Umgang. Sein Prinzip bewährt sich sowohl auf der Polarexpedition wie in der Liebe. Zum Scheitern verurteilt ist lediglich sein Versuch, sein Vorgehen als Gouverneur einer Strafkolonie in der Politik einzuführen. Dennoch bleibt letztlich die Botschaft, dass seine umsichtige, bedächtige Art zum Frieden zwischen den Menschen und Völkern beiträgt.
 

(US)  Es ist unglaublich wie der Autor es schafft, das Prinzip der Langsamkeit zu beschreiben. Man überlegt, ob es nicht wirklich besser ist, die Erfahrungen von John Franklin teilweise in das eigene Leben zu übertragen. Aber man merkt auch, wie schwierig es ist, ein Leben in Langsamkeit zu meistern. Aber er steht dazu und erkennt auch die Vorteile. Auch wenn es manchmal unsagbar schwierig ist. Ein unglaublich gutes Buch.
Sehr zu empfehlen.

  • Mein Jahr in der Provence *****          Peter Mayle

    Der englische Autor Peter Mayle hat sich einen Traum erfüllt, den viele Menschen haben: Er ist in den sonnigen Süden, in die Provence gezogen. In diesem Buch beschreibt er liebevoll und mit echt britischem Humor sein erstes Jahr in der Provence: die kleinen Missverständnisse, die sich aus den Sprachschwierigkeiten und der unterschiedlichen Lebensweise ergeben, die Liebe der Provenzalen zu einem üppigen Mahl, die der Autor bald teilt, das Leben im Wechsel der Jahreszeiten usw.

    (US) Diese Buch habe ich von einer lieben Freundin - die schon oft in Südfrankreich war, weil ihre Tochter dort lebt - geschenkt bekommen. Es ist ein großartiges Buch. Ich habe selten bei der Lektüre eines Buches so oft lachen müssen. Das Buch ist unglaublich humorvoll geschrieben und beschreibt treffend die kleinen und großen Probleme eines Ausländers, der in die Provence zieht, um dort zu leben. Wer die mediterrane Lebensart (und die Küche) liebt, der muss sich dieses Buch kaufen.

    Unbedingt lesen

    Die Wanderhure ****  Die Kastellanin  ***   Das Vermächtnis der Wanderhure ***          Iny Lorentz

    Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion    Eigentlich kann Wina stolz sein auf Marie. Als Maries Mutter im Kindbett starb, hatte sich die Haushälterin des Säuglings angenommen: Nach einer kurzen Sturm- und Drangphase ist das Mädchen nun zu einer "gehorsamen und gottesfürchtigen Jungfer" geworden. Seit Marie aber weiß, dass sie an Graf Ruppert verheiratet werden soll, schleicht sie sich immer öfter verstohlen aus der Küche fort.    Es war schon ein unfreies Leben in Konstanz zu Anfang des 15. Jahrhunderts -- und unfrei soll es für Marie auch in der Folge weitergehen. Denn der Graf entpuppt sich als intriganter, krimineller Mitgiftjäger, der es nur auf das Geld des Vaters abgesehen hat. Schließlich bleibt Marie nur die Alternative zwischen Selbstmord und einem Dasein als Wanderhure, die zum Vergnügen der Männer unstet durch die Lande zieht. Marie wählt letztere Variante -- auch und gerade, um sich an jenem Menschen rächen zu können, der sie auf diese Lebensbahn gestoßen hat. 

    Die Kastellanin    Marie lebt zufrieden mit ihrem Ehemann Michel Adler, den sie innig liebt. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie ein Kind erwartet. Doch dann muss Michel in den Kampf gegen die aufständischen Hussiten ziehen. Er beweist so viel Mut, dass er zum Ritter geschlagen wird - und verschwindet nach einem grausamen Gemetzel spurlos. Nachdem er für tot erklärt wird, ist Marie ganz auf sich allein gestellt und sieht sich täglich neuen Demütigungen ausgesetzt. Schließlich bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss von ihrer Burg fliehen. Marie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Michel noch leben könnte, und schließt sich als Marketenderin einem neuen Heerzug an. Es beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Wird sie den geliebten Mann jemals wieder finden?

    (US) Zwei interessante Bücher aus dem Mittelalter in Deutschland. Plausibel geschrieben. Allerdings ist der erste Band besser, beim zweiten ist die Geschichte doch ein wenig zu durchsichtig.

    Das Vermächtnis der Wanderhure

    (US)  Habe jetzt den 3. Band gelesen. Wie so oft wenn Fortsetzungsromane geschrieben werden, sinkt das Niveau erheblich. Dieser Roman hat viele Schwächen, besonders in der Anfangsphase. Die ausgeprägte Schwarz/Weiß Darstellung der Personen, sprich Gut/Böse, wirkt schriftstellerisch wie ein Groschenroman.

    Die Druidin ****               Birgit Jaeckel

    Kurzbeschreibung von "Der Club":     Süddeutschland, 120 v. Chr. Talia wächst als Ziehkind unter Druiden auf, wo sie die Heilkunst erlernt. Bald entdeckt sie, dass ihre Fähigkeiten viel weiter reichen: Sie kann die Seelen der Menschen sehen und sie vor Schrecklichem bewahren. Als der oberste Druide ihre Gabe entdeckt, gerät sie in höchste Gefahr. Rettung bietet ihr nur die Flucht in die Alte-Stadt. Dort regiert das Oberhaupt des vindelikischen Volks: der mächtige Caran, ihr leiblicher Vater. Doch wird er sie beschützen und sie in seine Sippe aufnehmen? Denn einst hatte er befohlen, sie nach ihrer Geburt töten zu lassen ... Das bewegende Schicksal einer jungen Druidin. Spannend und magisch - das höchst gelungene Debüt einer jungen deutschen Autorin über die faszinierende Frühgeschichte der Menschheit.

    (US) Ein Buch aus der Zeit der ersten Völkerwanderungen. Die Autorin beschreibt recht gut die Probleme der süddeutschen Stämme, die sich mit den nordischen Zuwanderungen (Kimbern) auseinander setzen mussten. Birgit Jaeckel wurde 1980 in Nürnberg geboren und hat Biologie, Ur- und Frühgeschichte, Paläontologie und Alte Geschichte in Erlangen und im norwegischen Bergen studiert. Dieses Fachwissen macht das Buch lesenswerter.

    Für Anhänger der geheimnisvollen Zeit der keltischen Druiden sehr zu empfehlen.

    Amistad ****                    David Pesci

  • Kurzbeschreibung
    Der Aufstand der Schwarzen, die auf dem Schiff Amistad 1839 von Afrika über Kuba nach Amerika gebracht wurden, führte zur Abschaffung der Sklaverei. David Pescis großer historischer Roman über dieses Ereignis wurde in Amerika schon ein Bestseller, bevor Steven Spielbergs Film zum selben Thema beendet war. 'Ein wundervolles Buch, kraftvoll geschrieben und zeitlos.

    (US) Dieses Buch -eine Mischung aus Roman und Schilderung des authentischen Gerichtsprozesses- gibt einen guten Einblick in die Gerichtsbarkeit der Zeit in den USA, als die Sklaverei in einigen Staaten noch erlaubt und praktiziert wurde. Dieser unversöhnliche Hass der Sklavenbefürworter und der Einsatz der Menschen, die die Sklaverei abschaffen wollten, ist unbeschreiblich. Letztendlich siegte -in diesem Fall- die Fraktion der Gegner der Sklaverei. Dieser Prozess gilt als der Beginn zur Abschaffung der Sklaverei in den Nordstaaten. Das Buch wurde sehr erfolgreich von Spielberg verfilmt.

    Lesenswert

    Gauner muss man Gauner nennen ***         Ulrich Wickert

    Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion
    Hier ist, aller Fesseln des bisherigen Tagesgeschäfts ledig, der offensive, kritische und gleichzeitig ironische Journalist Ulrich Wickert in Hochform. Er schreibt über das Land, das er, der Kosmopolit, immer noch am besten kennt und das ihm am meisten am Herzen liegt: Deutschland. Wer sind wir Deutschen? Woher kommt unsere Identität, die doch so verschieden ist von der etwa der Franzosen, Angelsachsen oder Holländer? Vor allem aber: Was sind die Werte, auf die es ankommt, damit Deutschland kein »Sanierungsfall« (Kanzlerin Merkel) bleibt? Ulrich Wickert knüpft an seinen Best­seller »Der Ehrliche ist der Dumme« an und fordert Ehrlichkeit im Denken, und das heißt vor allem auch: die Dinge offen beim Namen zu nennen.

    (US) Der etwas reißerische Titel soll wohl den Käufer besondere animieren, das Buch zu kaufen. Wer denn glaubt, hier werden im großen Stil die Gauner in Wirtschaft und Politik beim Namen genannt, der wird enttäuscht sein. Der weitaus größte Teil des Buches beschäftigt sich mit Werten, Moral und Ethik. Wickert beschreibt dort Grundsächliches. Das ist natürlich nicht verkehrt und man kann ihm auch voll zustimmen, aber dann hätte er den Titel anders wählen müssen. Dadurch riecht das alles nach vordergründigem Kundenfang. Hat Wickert das eigentlich nötig? Wodurch unterscheidet er sich von den Menschen, die er in dem Buch anprangert?

    Viele von den beschriebenen Missständen sind absolut richtig und deshalb sollte man das Buch auch lesen, um daraus seine eigenen Ansichten zu überprüfen.

    Rungholt´s Ehre  ****                  Derek Meister

    Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion
    Mord in Lübeck - wer verdiente am Tod des Fremden? Rungholt ermittelt!      Lübeck, 1390: In der Hauptstadt der Hanse wird die Leiche eines offensichtlich weit gereisten Fremden aus der Trave gezogen. Unversehens findet sich der bärbeißige Patrizier Rungholt - ein Mann mit unablässigem Zahnschmerz und Hang zum Hamburger Bier - in einer finsteren Ränke wieder. Denn sein Kaufmannslehrling wird beschuldigt, den Fremden erschlagen zu haben. Rungholt bleiben nur wenige Tage, um die Unschuld seines Lehrlings zu beweisen und die Ehre seines Hauses wieder herzustellen. Dickköpfig und gegen alle Widerstände des Hohen Rats und der Kirche, verfolgt Rungholt seine Spuren und verliert über der Suche nach der Wahrheit beinahe alles: Seine Ehre, sein Leben - und seine geliebte Tochter Mirke ...  Rungholt ist ein Mann, den man nicht vergisst: aufbrausend, stur, hoch intelligent. Er sucht die Wahrheit um jeden Preis.

    (US) Es ist schon ein besonderes Leseerlebnis, wenn man einen historischen Kriminalroman liest, der sich in der Stadt abspielt, in der man aufgewachsen ist. Ich wusste deshalb immer genau Bescheid, wo sich Rungholt gerade aufhielt. Es ist sicherlich bekannt, dass ich eine Schwäche für historische Romane habe, aber diese Geschichte ist wirklich gut. Der Autor versucht so authentisch wie möglich, die Lebensbedingungen in einer mittelalterlichen Stadt darzustellen.

    Lesenswert

    Ich bin dann mal weg  ******           Hape Kerkeling

    Aus der Amazon.de-Redaktion
    Hape Kerkeling, aus der Kirche ausgetretener Komiker, Königin-Beatrix- und Horst-Schlämmer-Parodist, Schauspieler und (Let’s Dance)-Moderator, und der Jakobsweg, einer der wichtigsten Pilgerpfade überhaupt -- passt das zusammen? Auf den ersten Blick nicht wirklich. Kerkeling hat selbst seine Zweifel, als er sich in den Pyrenäen mit seinem elf Kilo schweren Rucksack Kehre für Kehre in Richtung fernes Santiago de Compostela dahinschleppt. Doch im Lauf der rund 800 Kilometer langen Tour schwinden die Zweifel, sowohl beim Autor als auch beim Leser.

    (US) Das ist eines der besten Sachbücher, die ich je gelesen habe. Ich konnte mich gut in den Pilger Hape hinein versetzen. Auch deshalb, weil ich durch meine vielen Radtouren, die auch allein gemacht habe, einige seiner Gedankengänge verstehen konnte. Außerdem haben mich die Äußerungen zur Kirche, zum Glauben und auch zu seiner Person stark beeindruckt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Ohne Ausweichmanöver und gerade heraus schildert er seine Meinung zu Gott und der Welt. Das er auf diesem Weg unzählige Male seinen "inneren Schweinehund" überwinden musste, hat mir imponiert. Kein Fernsehstar, sondern der Mensch Hape Kerkeling schildert ungeschminkt den langen, beschwerlichen Weg nach Santiago de Compostela .

    Unbedingt lesen.

    Loreley ****                        Kai Meyer

    Auszug von der Amazon-Redaktion:  Von der blonden Fee Loreley hat jeder irgendwie schon einmal gehört -- mit der Betonung auf "irgendwie". Sitzt sie doch oben auf einem Felsen am Rhein, kämmt sich die langen Locken und betört nichts ahnende Schiffer mit ihrem Gesang, sodass diese von Stromschnellen erfasst werden und an Felsklippen zerschellen. Kai Meyer geht den Stoff anders an: Seine Erzählung beginnt mit der wilden Jagd auf ein kleines Mädchen, das gefangen und in einen tiefen Schacht auf dem Lurlinberg gesperrt wird. Und ihr Gesang ist es, der aus dem Schacht heraus erklingt und noch unten am Fluss zu hören ist.

    (US) Wie heißt es in dem Loreley-Lied? "Ein Märchen aus uralten Zeiten...." Kai Meyer schreibt in diesem "Märchenroman" flüssig und spannend die Geschichte über wohl berühmsteten Rheinfelsen Deutschlands. Eingebaut sind auch ein paar historisch belegte Personen und Sitten des Mittelalters in Deutschland. Gute Urlaubslektüre.

    Talk Talk ****                   T.C. Boyle

    Auszug von der Amazon-Redaktion:   “Identitätsdiebstahl” lautet das Schlüsselwort in T.C. Boyles Roman. Es bezeichnet die jüngste Verbrechensvariante, die im Land der tausend Möglichkeiten bereits existenzzerstörende erste Blüten treibt. Im Zeitalter der PINs, Codes und Passwörter verschaffen sich übelwollende Naturen Zugang zu den Konten ihrer Opfer, um sie dann Wirtstieren gleich auszusaugen und sich deren Identität überzustülpen. Ein einträgliches Geschäft. So staunt die gehörlose Dana Halter nicht schlecht, als sie sich nach einem geringfügigen Verkehrsdelikt in den unmenschlichen Fängen einer gnadenlosen US-Justizmaschinerie wiederfindet. Ihr Albtraum hat einen Namen: Dr. Dana Halter! Gesucht in mehreren Staaten wegen vielfachen Scheckbetrugs.

    (US) Wieder einmal prangert T.C. Boyle in seinem Roman die amerikanische Gesellschaft gnadenlos an. In den Staaten scheint ein “Identitätsdiebstahl” für einen gewitzten, coolen Betrüger recht leicht zu sein. Die Justiz, besonders die Polizei, interessiert sich nicht besonders für solche Delikte. Besonders interessant wird die Story dadurch, dass die Hauptperson taub ist. Es ist nicht das stärkste Buch von Boyle, aber trotzdem unbedingt lesenswert. Nach der Lektüre dieses Buches bin ich froh, in Deutschland zu leben.

    Ein unterhaltsames, gutes Buch.

    Mordshunger *****                 Frank Schätzing

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Mordshunger haben sie alle. Inka von Barneck auf Sex, Fritz von Barneck auf Geld und noch mehr Geld, Max Hartmann auf die Rolle seines Lebens, Romanus Cüpper auf alles, was essbar ist, und die Löwen im Kölner Zoo auf Abwechslung. Dann ist Inka plötzlich tot, und alle bekommen ihren Willen. Nur ganz anders, als sie dachten.

    (US) Dieses Buch lebt nicht von der Kriminalstory, die ist gelinde gesagt ein wenig haarsträubend, sondern von den köstlichen, humorigen Dialogen der beiden Kriminalbeamten der Kölner (was sonst?) Polizei. Habe selten bei einem Kriminalroman so herzlich gelacht. Das der Roman in der Heimatstadt von Frank Schätzing spielt, macht das Buch besser. Man merkt, dass er sich dort auskennt. Im Schlussteil des Buches werden noch einige Rezepte der Kölner Edel-Gastronomie  abgedruckt. Ein Gag.

    Sehr empfehlenswert

    Der Goldkocher ***               Roland Adloff

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung   Die Geschichte des Lips Tullian erzählt vom Kampf eines Jungen, der sich vom räuberischen Leben seines Vaters, des berüchtigten sächsisch-brandenburgischen Räuberhauptmanns Tullian († 1715) lossagt und ein anständiges Leben zu führen versucht. Nachdem Soldaten das Räubernest ausgehoben haben, findet der junge Mann Unterkunft beim Hofapotheker Zorn. In dessen Diensten steht auch der Alchemist Böttger, der angeblich das Geheimnis des Goldmachens kennt. Lips Tullian, von Kindheit an von der Magie der Alchemie fasziniert, wird zu seinem Gehilfen. Schon glaubt sich Lips am Ziel und träumt von ewigem Reichtum, als sein Vater mit seinen Spießgesellen in Berlin auftaucht und den jungen Mann in tödliche Gefahr bringt ...

    (US) Ein solider, historischer Roman aus der Zeit 1690-1715 in Deutschland. Er schildert recht anschaulich, wie es in dieser Zeit in Deutschland, bzw. Berlin zugeht. Auch die derbe Sprache der unteren Bevölkerungsschichten wird gut rüber gebracht. Besonders interessant ist der gravierende Unterschied zwischen Arm und Reich in dieser Zeit. Auf der einen Seite das affektierte Auftreten der Reichen und des Adels, auf der anderen Seite die Nöte der Armen an Essen und Unterkunft zu kommen. Die Hauptpersonen des Romans sind reale Menschen dieser Zeit. Der Alchemist Böttger z.B. hat in Dresden das berühmte Meißener Porzellan erfunden.

    Der Teufel von Mailand *****           Martin Suter

    Auszug von der Amazon-Redaktion:  Kurzbeschreibung   Der Teufel von Mailand ist geduldig. Weit oben im Schweizer Val Solitaria schenkt er dem Hirtenkind Ursina auf der Alp Dscheta einen fruchtbaren Sommer und damit gut genährte Ziegen. In einer staubigen Kutsche ist er ins Dorf gekommen und hat Ursina „unvergleichliche Schönheit, ewige Jugend, Reichtum, Glück und ein Schloss mit hundert Fenstern und dreißig Türmen“ versprochen -- im Austausch gegen ihre Seele, versteht sich. Ursina willigt trotzdem ein, denn das Kleingedruckte klingt dem pragmatischen Mädchen allzu verführerisch. Er wolle sie erst holen, sagt der Teufel, wenn es im Sommer Herbst werde, Glut im Wasser brenne, es beim zwölften Schlag der Turmuhr tage, der Vogel zum Fisch und das Tier zum Menschen werde. Da kann, glaubt Ursina, nichts passieren.

    Und trotzdem, so unwahrscheinlich es auch klingen mag: Irgendwann treten all diese Ereignisse tatsächlich ein und Ursina muss in die Hölle. Wie sich die Rätsel auflösen, weiß die Physiotherapeutin Sonia lange Zeit nicht. Denn zwei Seiten der Sage, die sie zu Schmökern aus dem Bücherschrank für Gäste an ihrem neuen Arbeitsplatz, einem Hotel im Unterengadin, geholt hat, sind herausgerissen.

    Aus diesen fehlenden zwei Seiten hat Martin Suter einen ganzen, spannenden Roman gemacht. Denn in Der Teufel von Mailand spielt irgend jemand aus Sonias Umfeld die alte Sage nach. Eigentlich ist die junge Frau hierher gekommen, um die gescheiterte Ehe mit dem reichen Banker Frédéric Forster zu vergessen -- jetzt beginnt ein Alptraum, der schlimmer als die Scheidung ist. Nach einer Vergiftung verliert ein Baum im Sommer seine Blätter, Leuchtstäbe glühen im Hotelpool, jemand manipuliert die Kirchenuhr und Sonias Wellensittich Pavarotti landet im Aquarium. Sind es die mürrischen Dorfbewohner, die ihre Gegend touristenfrei halten und die Physiotherapeutin samt ihrer schönen Chefin vertreiben wollen? Oder hat ganz jemand anders ein Motiv? Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, auf dessen dreckigen Wagen im Staub „der Teufel von Mailand“ geschrieben steht? Das alles wird bis zum fulminanten, wahrhaft diabolischen Finale nicht ganz klar. So hält Der Teufel von Mailand bis zum Schluss die Spannung. Vielleicht sogar Suters bestes Buch.

    (US) Nachdem ich die Bücher Small World und Die dunkle Seite des Mondes von Martin Suter gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf den Teufel von Mailand. Eins vorab, Suter ist sich treu geblieben im Sprachstil und den Charakterbeschreibung der Personen. Das Buch ist unverkennbar ein Martin Suter. Und das gefällt mir sehr. Der Handlungsort ist die Schweiz (wie in den anderen Romane auch) , das Heimatland des Autors.

    Sehr empfehlenswert

    Der Schatten von Thot                Michael Peinkofer

  • Auszug von der Amazon-Redaktion:Kurzbeschreibung
    London im ausgehenden 19. Jahrhundert: In einem der verruchtesten Viertel der Stadt wird eine Prostituierte grausam ermordet. Die königliche Familie bittet die junge Adlige Sarah Kincaid um Hilfe: Ein Neffe der Königin steht unter Verdacht, hinter der Mordserie im Stadtteil White Chapel zu stecken. Sarah willigt nur widerstrebend ein. Wie sich herausstellt, sind die Privaträume des Mannes angefüllt mit ägyptischen Relikten, und es zeigt sich, dass er der Vorsitzende einer Gesellschaft von Gentlemen ist, die sich der Erforschung altägyptischer Geheimnisse gewidmet haben. Der königliche Neffe scheint unter Wahnvorstellungen zu leiden und spricht fortwährend von einer ägyptischen Gottheit, die zurückkehren wird - aber ist er ein kaltblütiger Mörder? Die Spur führt Sarah bis nach Ägypten, wo ein uraltes Geheimnis auf sie wartet ...

    (US) Ein seichtes, klischeehaftes, reißerisches Buch mit ägyptischen Hintergrund. Da versucht der Autor auf den Spuren von Dan Brown zu wandeln. Haha. An sich wollte ich nach ca. 100 Seiten abbrechen, aber man kann ja kein Buch rezitieren, wenn man es nur teilweise gelesen hat.

    Der Taubenzüchter von Bagdad *****          Eli Amir

  • Auszug von der Amazon-Redaktion Kurzbeschreibung
    Der halbwüchsige Kabi ist im jüdischen Viertel von Bagdad zu Hause. Hier verbringt er eine unbeschwerte Kindheit. Doch eines Tages wird Onkel Hizkel verhaftet, weil er für die Auswanderung in den gerade neu gegründeten Staat Israel agitiert. Auch Kabis Vater denkt über die Auswanderung nach, aber Kabi will nicht aus Bagdad weg. Doch der Druck wird stärker, die Furcht vor der Polizei wächst. Und so macht sich auch Kabis Familie auf ins gelobte Land.

    Eli Amir stammt aus dem Irak und emigrierte 1951 nach Israel. Nach dem Studium der arabischen Literatur arbeitete er im Einwanderungsministerium. Er war persönlicher Referent von Shimon Peres, Berater in Bildungsfragen und bei Friedensverhandlungen unter Golda Meir und Yitzhak Rabin und leitet jetzt die Abteilung zur Eingliederung von Jugendlichen in der "Jewish Agency".

    (US) Jeden Tag sehen oder hören wir die entsetzlichen Bilder oder Reportagen über den Irak-Krieg, aber was wissen wir über das Land. Wir erinnern uns vielleicht noch an den Krieg Irak-Iran, ansonsten kenne wir das Land nur in Verbindung mit den Gräueltaten eines Saddam Hussein.         Dieses Buch gibt einen Einblick in das Leben der Juden in Bagdad nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Der Staat Israel ist gegen die arabischen Länder mit Gewalt gegründet worden. Der Hass der Araber (in diesem Fall die Iraker) rund um Israel ist gewaltig. Das spüren auch die Juden in Bagdad. Sie werden verfolgt und gedemütigt. Die Erinnerung an den Farhud (Pogrome) gegen die Juden im Irak 1941 ist noch immer frisch. Emi Amir schildert diese Vorgänge nicht mit permanenten Anklagen gegen die Araber und Moslems, sondern ist außerordentlich sachlich. Auch die Juden in Bagdad liebten ihre Stadt und Heimat.

    Um die Vorgänge im Nahen Osten besser zu verstehen, empfehle ich sehr dieses Buch.

    Small World *****                  Martin Suter

    Aus der Amazon.de-Redaktion
    Das Leben des reichen Fabrikantensohns Thomas Koch und das seines ärmlichen Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang, hat sich nie sehr weit auseinander entwickelt.Konrad war stets zur Stelle, wenn Thomas nach ihm verlangte. Mittlerweile sind die beiden sechzig und Konrad hat immer mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis. Nachdem er das Ferienhaus der Familie Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ, reist er zu Thomas, da ihn immer mehr Kindheitserinnerungen plagen. Die betagte Mutter von Thomas, Haupt der Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, möchte um keinen Preis, dass die Vergangenheit nochmals heraufbeschworen wird -- aus gutem Grund.

    (US) Eines der besten Bücher von Martin Suter. Und hochaktuell, da in diesem Roman auf ein großes Problem unser Zeit eingegangen wird: Alzheimer bzw. Demenz.

    Imperium ****                   Robert Harris

    Auszug von der Amazon-Redaktion:  M. Tullius Tiro ist 24 Jahre alt, als er, ein auf Ciceros Familiensitz nahe Arpium geborener Haussklave, in die persönlichen Dienste des späteren Redners und Staatsmannes tritt. Das ist Cicero noch ein junger, ehrgeiziger römischer Rechtsanwalt, der an nervösen Erschöpfungszuständen leidet und keineswegs jene imposante Stimme besitzt, die ihn später auszeichnen wird, sondern im Gegenteil eher zum Stottern neigt: „Kaum jemand“, heißt es im Roman Imperium des britischen Experten für historische Thriller Robert Harris, „hätte auf meine und seine Zukunftschancen besonders viel gegeben.“

    Wie wir aus der Geschichte wissen, kam alles anders. Cicero kam in Besitz von „imperium“, dem lateinischen Wort für Macht, und er wurde zu einer der prägenden Gestalten des römischen Reichs. In seinem Windschatten macht auch Tiro Karriere -- als jener Mensch, der wohl die längste Zeit mit Cicero zusammen verbracht hat und bis zu dessen Tod bei ihm bleibt. Er schreibt dessen Reden und Gedichte nieder, und er erfindet eine Kurzschrift, die es ihm erlaubt, alle Debatten im Senat in Echtzeit aufzuzeichnen. Nach dem Tod seines Herren zieht Tiro sich auf einen Bauernhof in der Nähe von Puteoli zurück. Dort soll er bis in sein hundertstes Jahr gelebt haben. Hier schreibt er die Geschichte Ciceros nieder, wie dieser es gewollt hat. So erzählt es Harris. Und er erzählt es aus der Retrospektive des Hundertjährigen, der verfolgt, wie der Anwalt durch einen prominenten Fall, in den auch einflussreiche Senatsmitglieder verwickelt sind, zu einem der mächtigsten Männer des Reiches wird.

    (US) Ich habe mir sofort, nach dem ich das Buch "Pompeji" gelesen hatte, dieses Buch angeschafft. Wieder versteht es Harris ausgesprochen gut, die historischen Ereignisse und die Person von Cicero in seinen Roman einzubinden. Sicher hat fast jeder schon mal den Namen Cicero gehört, bzw. im Lateinuntericht über seinen Texten gesessen und ihn im Stillen bei der Übersetzung verdammt haben. Aber mit diesen Roman bekommt Cicero ein richtiges Leben eingehaucht. Man kann ihn sich als Person vorstellen. Und das ist ja nicht schlecht. Der Schreibstil ist hervorragend. Allerdings kommt dieser Roman m.E. nicht ganz an "Pompeji" heran. Das liegt sicherlich auch daran, dass in Pompeji die Personen fiktiv sind, während die Person Cicero durch viele erhaltene, römische Berichte nicht so leicht manipulierbar ist. Harris musste sich an die historischen Fakten halten. Trotzdem ist dieses Buch für geschichtlich interessierte Leser unbedingt lesenswert.

    Pompeji  *****                   Robert Harris

    Auszug von der Amazon-Redaktion:

    Im ersten Jahrhundert nach Christus hatten die Römer ein Wassersystem aus Aquädukten geschaffen, das die Hauptstadt ihres riesigen Reiches mit mehr Wasser versorgte, als 1985 nach New York gelangte. Eine der wichtigsten Wasserstraßen dieses Meisterwerks der Ingenieurskunst, das das ganze Land durchzog, war die Aqua Augusta, die nach einem Erdbeben an den Hängen des Vesuvs versiegte. So hat es sich auch der Spezialist des historischen Thrillers Robert Harris ausgemalt und den Baumeister Attilius aus Rom an den Golf von Neapel geschickt, um das Aquädukt zu reparieren. Dabei wird Attilius in eine Verschwörung verstrickt, bei der natürlich auch eine junge Frau nicht fehlen darf. Und dennoch ist die Katastrophe, in die Attilius hineingerät größer, als er es sich ihn seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können. Ebenso wenig wie die Tausenden reicher Sommerfrischler, die im Jahr 79 aus Rom nach Pompeji gekommen sind.

    Wie beim Stoff rund um den Untergang der Titanic hat der Fall von Pompeji einen Nachteil: Man glaubt schon im Vorhinein zu wissen, wie die Geschichte ausgehen muss. Es bedarf also einer ganzen Menge erzählerischen Talents, um die Handlung bis zum Ende auf spannendem Niveau zu halten. Harris schafft dies, indem er den Ausbruch des Vesuvs mit einer durch und durch glaubhaften Intrige verbindet, die man sich so auch in die heutige Zeit hineinversetzt vorstellen kann. So ist Pompeji ein explosiver Thriller um die Leben spendende Macht des Wassers und die zerstörerische Wirkung des Feuers geworden, den man kaum mehr aus den Händen legen mag.

    (US) Ich habe den Autoren in einem kurzen Beitrag in Kulturzeit auf dem Sender 3Sat gesehen und mir sofort das Buch Pompeji gekauft. Kurz gesagt, ich war begeistert. Als ich mich im Internet über das Thema Aquädukte informieren wollte, wurde in einem Beitrag das Buch von Robert Harris als Einsteiger-Lektüre empfohlen. Solche Romane mit gut recherierten Hintergrund liebe ich. Besonders gut gefällt der flüssige und spannende Schreibstil von Harris. Für mich persönlich war es besonders interessant, weil ich im Juni dieses Jahres Pompeji und den Vesuv besucht habe.

  • Der Sohn des Kreuzfahrers ***       Stephen Lawhead

    Auszug von der Amazon-Redaktion:   Schottland 1096: Papst Urban II. hat die Gläubigen aufgerufen, ins Heilige Land zu ziehen und das Grab Christie zu befreien. Drei der Kreuzfahrer sind der Gutsherr Radulf und seine Söhne von den fernen Orkneyinseln. Nur Murdo, der Jüngste, bleibt zurück. Doch als ein gieriger Bischof und ein korrupter Abt Murdo und seine Mutter von Haus und Hof vertreiben, muss der Junge seine eigene Pilgerfahrt antreten. Eine abenteuerliche Reise durch das mittelalterliche Europa beginnt, die ihn bis vor die Tore Jerusalems führt – und mitten hinein in den Schrecken des Krieges. Alleine muss Murdo den Kampf um sein Glück und das Erbe seiner Familie aufnehmen. Dabei gelangt er in den Besitz eines der größten Schätze der Christenheit, der ihn zum Begründer einer geheimen Tradition macht, die über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart reicht.

    (US) Beurteilung nach dem Buch "Die Tochter des Pilgers".

    Der Gast des Kalifen ***                Stephen Lawhead

    • Auszug von der Amazon-Redaktion:
    • Als ein tot geglaubter Verwandter lange nach dem Ende des ersten Kreuzzuges zum Sterben nach Hause zurückkehrt, erfährt der junge Schotte Duncan endlich Näheres über die große Fahrt ins Heilige Land. Vor vielen Jahren ist sein Vater Murdo nach Jerusalem gezogen und brachte von dort einen der größten Schätze der Christenheit heim. Nun fühlt sich Duncan berufen, ebenfalls auf Pilgerfahrt zu gehen und eine heilige Reliquie aus den Händen frevelhafter Kreuzfahrer zu retten. Es ist der schwarze Stamm, der Balken, an den einst Jesus Christus bei seiner Kreuzigung genagelt worden war. Seine Reise ins Heilige Land wird ihn jedoch nicht geradewegs an sein Ziel führen. Auf vielen abenteuerlichen Umwegen wird Duncan tief in die Geschicke der Reiche des Ostens verstrickt. In Antiochia versucht der rechtschaffene Nordmann den jungen Fürsten Bohemund II. von dessen Kriegsplänen, der Eroberung des christlich-orthodoxen Armenien, abzubringen. Doch dieses ehrenhafte Vorhaben wird Duncan selbst zum Verhängnis. Denn der armenische Fürst ruft seine muslimischen Nachbarn zu Hilfe, und Duncan gerät in den Kriegswirren in Gefangenschaft. Ein beschwerlicher und leidvoller Weg führt ihn über Damaskus bis schließlich nach Ägypten, wo er dem Kalifen von Kairo überantwortet wird. Hier beginnt Duncan einen Bericht für seine in Caithness zurückgebliebene Tochter. Für sie möchte er all seine Erlebnisse und Gedanken während seiner Pilgerfahrt festhalten. Dabei ahnt er nicht, dass er dem Ziel seiner Wünsche ganz nahe ist. Die einzigen, die davon wissen, sind die Ritter vom Tempel in Jerusalem, und sie würden selbst einen Pakt mit dem Teufel eingehen, um in den Besitz des Wahren Kreuzes zu gelangen. Achthundert Jahre später studiert ein junger Schotte in einem Kloster in Zypern ein fleckiges Manuskript. Es sind die Aufzeichnungen Duncans, seines Vorfahren. Aus ihnen geht hervor, was damals wirklich am Hof des Kalifen zu Kairo geschehen ist.
    • Die Tochter des Pilgers                                      Stephen Lawhead
    • Der Abschluss der großen Saga um die keltischen Kreuzzüge - für alle Freunde von Noah Gordon und Ken Follett. In der Hagia Sophia zu Konstantinopel wird der Vater des Mädchens Caitríona von einem vermummten Tempelritter ermordet. Auf der Suche nach dem Mörder fällt Cait ein Dokument in die Hände, auf welchem der Ort verzeichnet ist, an dem sich ein geheimnisvoller Schatz befinden soll. Man nennt ihn die mystische Rose. Ist es der Heilige Gral, der Abendmahlskelch Jesu Christi? Mit einer Truppe von Nordmännern, die sie aus den Händen der Sarazenen freikauft, sticht Caitríona in See. Der Weg führt sie in das maurische Spanien - bis hin zum geheimsten Ort der Christenheit. Doch der rachsüchtige Templer, der sie und ihre Familie vernichten will, bleibt ihr auf der Spur ...

    • (US) Da ich gern historische Romane lese, ist die Beurteilung ein wenig schwierig. Das was mir gefällt, gefällt anderen noch lange nicht. Aber diese Romane sind eine solide Schilderung der Vorgänge während der Kreuzzugszeit mit Gral und Eiserne Lanze usw.. Sie sind nicht so übertrieben aufgemotzt wie bei Dan Brown (Sakrileg usw.), aber sicher nicht langweilig. Man kann sie durchaus lesen.

    Die Dunkle Seite ****                  Frank Schätzing

    Auszug von der Amazon-Redaktion:   Kurzbeschreibung  Köln 1999. Ein offenbar harmloser Geschäftsmann fällt einem abgründigen Verbrechen zum Opfer. Er wurde in seiner Wohnung zu Tode gefoltert. Die Tat eines Verrückten? Vera Gemini, Kölner Detektivin, wird wider Willen in den Fall hineingezogen. Die Spur führt sie nach Kuwait ins Jahr 1991, in die letzten Tage des Golfkrieges.

    (US) Dieser Thriller von Schätzing ist unglaublich spannend. Nicht nur, das der Autor sich Gedanken über den Sinn oder Unsinn des "Fernseh-Hightech-Kriegs" (Kuwait-Irak) der Amerikaner macht, sondern gibt auch Einblicke über die Söldnertruppen, hier speziell die Fremdenlegion.

    Allerdings sind die Hauptdarsteller irgendwie verwandt mit denen aus dem Buch "Lautlos". Da muss Herr Schätzing aufpassen, dass seine Thriller nicht immer ein gleiches Muster aufweisen.

    Schätzing spannt mit seinen Büchern einen Bogen vom Mittelalter (Tod u. Teufel) zum Öko-Thriller (Der Schwarm) und zum Hightech-Krimi-Thriller (Lautlos, Die Dunkle Seite). Welcher Autor der Gegenwart kann das schon. Er sollte bei dieser Abwechselung bleiben.

    Abbitte*****                      Ian McEwan

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung: Am heißesten Tag im Sommer 1935 wird die dreizehnjährige Briony Tallis im Landhaus ihrer Familie Zeuge eines eigenartigen Geschehens. In der Schwüle des Tages sind alle wie verwandelt: Was treibt die ältere Schwester mit Robbie Turner am Brunnen, was in einer dunklen Ecke der Bibliothek? Und wie ist jenes Wort in dem Brief zu verstehen, den sie nicht öffnen sollte? Mit Briony geht die Phantasie durch. Noch am selben Abend wird sie das Leben aller Beteiligten für immer verändern.....

    (US) Es ist immer schon mal vorgekommen, dass ich nach den ersten 25-30 Seiten eines Buches überlege, lese ich nun weiter oder nicht. Ich habe dieses Buch weiter gelesen. Und das war gut so. Es geht nicht nur um die Phantasien eines pubertierende Mädchens, sondern auch um schrecklichen Erfahrungen eines englische Soldaten beim Rückzug der Truppen bei Dünkirchen. Unwahrscheinlich einfühlsam geschrieben und gut übersetzt.

    Absolut lesenswert.

    Meteor **                    Dan Brown      

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung:  Als die NASA mithilfe modernster Satelliten-Technologie in der Arktis eine sensationelle Entdeckung macht, wittert die angeschlagene Raumfahrtbehörde Morgenluft. Tief im Eis verborgen liegt ein Meteor von ungewöhnlicher Größe, der zudem eine außerirdische Lebensform zu bergen scheint. Rachel Sexton, Mitarbeiterin des Geheimdienstes, reist im Auftrag des US-Präsidenten zum Fundort des Meteoriten. Doch es gibt eine Macht im Hintergrund, die die bahnbrechende Entdeckung unter Verschluss halten möchte – und die bereit ist, dafür zu töten ...

    (US) Im letzten Jahr habe ich das Buch "Sakrileg" von Dan Brown gelesen. Danach wollte ich mir kein Buch von diesem Autor mehr kaufen. Für mich war  Sakrileg ein Buch, dass ausschließlich mit der Neugier der Menschen auf die geheimnisvollen Vorgänge im Vatikan spekuliert. Nun habe ich das Buch Meteor von einer Freundin geliehen und gelesen. Ich wollte einfach feststellen, ob der Autor mit den haarsträubenden Vorgängen und den klischeehaftigen Personencharakteren wie in Sakrileg fortfährt. Er tut es. Ein Beispiel: Die Hauptpersonen fallen von einem riesigen, kalbenden Gletscher, tauchen aber unversehrt wieder auf. Und dann kommt innerhalb weniger Minuten auch noch ein Atom-U-Boot und rettet alle. Ein Witz. Das geht dann so munter weiter. Dann ist der liebevolle Vorgesetzte (Freund) natürlich der Oberschurke, wie immer bei Dan Brown.. Für mich kommt ein weiteres  Buch nicht mehr in Frage.

    Der Vorleser  *****              Bernhard Schlink                                 

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung  Bei dem Buch „Der Vorleser“ von Bernard Schlink handelt es sich um einen in der Ich-Perspektive verfassten Entwicklungsroman. Der 15 jährige Protagonist Michael Berg erzählt von seiner zufälligen Bekanntschaft mit der wesentlich reiferen Hanna Schmitz und ihrer gemeinsamen heimlichen Beziehung. Aus diesem zunächst von beidseitigem sexuellem Interesse geprägten Verhältnis entsteht schließlich eine innige Liebe. Um so schwieriger ist es für Michael über die abrupte Trennung hinwegzukommen, und er fragt sich, ob er für das Scheitern der Beziehung verantwortlich ist. Genauso ungewöhnlich wie die Umstände unter denen sie sich kennen lernen, ist auch ihr plötzliches Wiedersehen in einem Gerichtsprozess, in dem unvorstellbare Vorwürfe gegen seine ehemalige Liebschaft erhoben werden. Zu seinem Unglück muss er jedoch feststellen, dass diese den Tatsachen entsprechen, und er in eine Verbrecherin verliebt gewesen ist. Es gelingt ihm nicht, sie aus seinen Gedanken zu verdrängen, ihm fehlt aber die Souveränität, um einen direkten Kontakt zu ihr aufzubauen. Kurz vor ihrer Entlassung sieht er sich dazu veranlasst bei ihrem Resozialisierungsprozess mitzuwirken, doch ihr Wiedersehen verläuft nicht nach seinen Erwartungen und so nimmt die Geschichte ihr tragisches Ende. Verfasser: Jörn Burbank

    (US) Besonders interessant ist das Buch für mich, weil der Autor meiner Generation angehört und, wie ich, noch mit Menschen aus der NS-Zeit zu tun hatte. Haben wir nicht fast alle an unsere Väter, Onkel und deren Freunden die Frage gestellt: Was habt ihr gewusst !! Wart ihr beteiligt ? Und was für Antworten haben wir bekommen ? Der Jurist Bernhard Schlink hat Michael in dem Buch dieses Problem durchleben lassen.

    Sehr gut.

    World´s End  *****              T.C. Boyle

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Das bitterböse Epos über zwei verfeindete Einwandererfamilien und ihr Verhältnis zu den indianischen Ureinwohnern im Nordosten der USA umspannt 300 Jahre Geschichte. Mit schwarzem Humor und überbordender Fabulierlust schildert Boyle die feudalen, antidemokratischen Ursprünge der US-Gesellschaft und deren Fortwirken bis in die jüngste Gegenwart.
    Inhalt: In wechselnden Kapitelblöcken erzählt World´s End die Geschichte der Grafschaft Westchester nördlich von New York im 17. und 20. Jahrhundert. Im Zentrum stehen zwei aus den Niederlanden eingewanderte Familien, die Großgrundbesitzer van Wart und die verarmten van Brunts, die für sie arbeiten müssen, weil die van Warts für sie die Seereise bezahlt haben. In beiden Jahrhunderten verraten Angehörige der van Brunts ihre Sippschaft und müssen dafür teuer bezahlen. Ein dritter Erzählstrang verfolgt das Schicksal des Indianerstammes der Kitchawanken, der durch Blutsbande mit beiden »bleichgesichtigen« Familien verbunden ist.
    (US) Es ist fast unmöglich den schwarzen Humor, den der Autor bei dieser "amerikanischen" Geschichte entwickelt, zu beschreiben. Man muss es einfach gelesen haben. T.C. Boyle lässt in diesem Roman - wie auch schon in dem Roman "America" , kaum ein gutes Haar an seinen amerikanischen Mitbürgern. Ganz besonders geht er auf die Problematik der Amerikaner mit andersfarbigen/andersdenkende Menschen ein. Er umschreibt das Thema nicht, sondern nennt es brutal beim Namen.

    America  ****                  T.C. Boyle

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Der Zusammenstoß des Mexikaners Cándido mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cándido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Dafür drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand. Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht von den dunkelhäutigen, verdächtigen Gestalten, die in der Nähe der eleganten Villensiedlung herumlungern und täglich ihr Glück auf dem Sklavenmarkt zu finden hoffen.

    (US) Unbedingt beide Romane lesen

    Die dunkle Seite des Mondes*****         Martin Suter

    Aus der Amazon.de-Redaktion
    Auch bei seinem zweiten Roman hat sich Martin Suter ein psychologisch interessantes Thema ausgewählt. Während in Small World ein an Alzheimer Erkrankter im Mittelpunkt steht, geht es in Die dunkle Seite des Mondes um einen Mann, dessen Gewissen nicht mehr funktioniert. Urs Blank, fünfundvierzig und als Wirtschaftsanwalt in einer angesehenen Kanzlei sehr erfolgreich, erwischt die Midlife-Crisis mit voller Wucht. Sein beruflicher Erfolg erscheint ihm abgestanden, seine Ehe ist über die Jahre schal geworden. Da trifft er eines Tages Lucille, die einen Flohmarktstand mit indischen Räucherwaren und billigen Seidentüchern betreibt. Urs ist von ihr hin und weg. In seiner unbändigen Lust auf Abenteuer und Abwechslung, fährt er mit Lucille zu einem Selbsterfahrungs-Wochenende, um die Wirkung halluzinogener Pilze auszuprobieren. Doch der Trip wirft Urs völlig aus der Bahn. Er ist nicht weiter in der Lage, seine Aggressionen zu kontrollieren, Gefühle kennt er überhaupt nicht mehr. Plötzlich ist er mit seiner eigenen "dunklen Seite" konfrontiert. Urs bemerkt seine Veränderungen, kann sich ihrer jedoch nicht erwehren und zieht sich immer mehr in den Wald zurück. Hier findet der ehemalige Stadtmensch jetzt Schutz und kennt das undurchdringlichste Dickicht bald so gut, wie früher die Hosentaschen seines Armani-Anzugs. Währenddessen wird er von der Polizei wegen Mordes gesucht.

    (US) Zu diesem Roman braucht man nicht viel zu schreiben. Für mich das beste (bis jetzt) Buch von Martin Suter. Lesen !!!!!!!

    Lautlos  *****              Frank Schätzing

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Sieht Dr. Liam O´Connor Gespenster? Ist Köln wirklich unterwandert von einer unbekannten Macht, bevor hier die weltpolitische Elite zum G8-Gipfel  zusammenkommt ? Tatsächlich stößt er auf eine Verschwörung (Terroranschlag) mit einer unheimlichen Waffe.......

    (US) Ein Buch der Spitzenklasse. Wieder einmal von Schätzing hervorragend recheriert. Gut geschrieben und spannend. Als Kölner fühlt sich Schätzing in seinem vertrauten Umfeld sichtlich wohl. Vermittelt souverän und glaubwürdig die Sicherheitsvorkehrungen bei Besuchen von Staatschefs, ganz besonders natürlich die des amerikanischen Präsidenten. Wie immer bezieht er seine Informationen von Fachleuten, was man gut bei den Danksagungen erkennen kann.

    Rausch ****                     John Griesemer

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    1857 bis 1866: Die Welt windet sich in den Geburtswehen der Moderne. Das erste Transatlantikkabel soll verlegt werden, doch es reißt. Das größte Schiff (Die Great Eastern) aller Zeiten soll zu Wasser gebracht werden, doch es läuft nicht vom Stapel. Der Ingenieur Chester Ludlow ringt darum, zwei Kontinente zu verbinden, als er der schönen Katerina Lindt verfällt und erfahren muss, dass es menschliche Schwächen sind, die das Jahrhundertprojekt an den Rand des Scheiterns bringen.

    (US) Ein gutes Buch, ein gutes Thema. Ein großer Schritt für die Menschheit, denn es wurde das Zeitalter der globalen Kommunikation eingeläutet. Der technische Teil der Problematik einer Verlegung eines Telegraphen-Kabeln von Kontinent zu Kontinent wird aber nicht im Detail beschrieben. Der Autor beschreibt mehr die Menschen hinter diesem Jahrhunderprojekt. Allerdings hatte ich ein wenig Mühe, mich mit den Hauptdarstellern des Romans zu identifizieren. Mir geht es bei einem wirklich guten Buch um folgenden Ablauf. Am Anfang werden mir der (die) Hauptdarsteller  vorgestellt, in den folgenden Seiten lerne ich ihn (sie) kennen, dann lebe ich praktisch in  meiner Fantasie mit ihnen. Das zeichnet, meiner Meinung nach, die guten Autoren aus.

    Das Urteil von Elke Heidenreich: <<Es ist genau das, was sein Titel verspricht: ein Rausch. Lesen sie sich einen Rausch an>>. Dem kann ich, bei aller Wertschätzung von Frau Heidenreich, nicht folgen.

    Eisfieber *                     Ken Follett

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Oxenford Medical ist eine kleine pharmazeutische Firma in der Nähe von Edinburgh. In ihrem Forschungslabor gilt die höchste Sicherheitsstufe. Doch dann geschieht das Unvorstellbare. Ein Trio skrupelloser Gangster verschafft sich Zutritt zum Hochsicherheitstrakt. Ihr Ziel: ein Behälter mit einem tödlichen Virus. Toni Gallo, die junge Sicherheitschefin von Oxenford Medical, hat im Moment ganz andere Sorgen.....

    (US) Als ich vor vielen Jahren das Buch "Die Säulen der Erde" von Ken Follett gelesen hatte, war ich begeistert. In den folgenden Jahren habe ich mir dann auch die nachfolgenden Romane- Die Nadel, Das zweite Gedächtnis, Nacht über den Wassern, Die Leopardin, Die Kinder von Eden- angeschafft und gelesen. Auch wenn die Romane nicht das Niveau von "Die Säulen der Erde" hatten, war es doch gute Feierabendlektüre. Aber jetzt hat Ken Follett den Fehler fast aller Erfolgsautoren gemacht. Er meint, das sein guter Name für ein Buch reicht.

    Ich kann das Buch nur wie folgt beurteilen: Man nehme einen Groschenkrimi, packe ihn in eine gebundene Buchform und nehme dafür 22,90 € . So einen unlogischen und nur auf Effekthascherei ausgelegten Schrott habe ich lange nicht mehr gelesen. In wenigen Jahren wird das Buch wahrscheinlich nur noch in Pappkisten auf den Flohmärkten für 1 € angeboten werden. Und das ist auch gut so.

    Der Schatten des Windes  ******   Carlos Ruiz Zafon   

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    In der Altstadt von Barcelona gibt (oder gab) es einen Friedhof vergessener Bücher. So jedenfalls will es der spanische Autor Carlos Ruiz Zafon, der uns in seinem grandiosen Erstling Der Schatten des Windes an die Hand nimmt und einführt in eine geheimnisvolle, verborgene Erzählwelt -- ebenso, wie im Romandebüt selbst der Held Daniel Sempre von seinem Vater bei der Hand genommen wird. Überhaupt spiegelt sich viel im Schatten des Windes. Denn ebenso heißt auch das Buch, dessen letztes Exemplar Sempre in die Hände fällt. Von nun an lässt ihn die Geschichte und das Schicksal dieses Werks nicht mehr los, zumal noch andere, rätselhafte Gestalten sich für die Ausgabe interessieren.

    (US) Roman der Spitzenklasse, sehr gut übersetzt. Spanien zur Franko-Zeit

    Der Schwarm  ******                Frank Schätzing

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Unter der Meeresoberfläche brodelt es neuerdings gehörig. Im Nordwesten Amerikas verschwinden Wale spurlos, um bald darauf gar nicht mehr artgerecht wieder aufzutauchen. Australien gibt Quallenalarm. Vor Norwegens Küste entdecken Ölbohrfachleute eine unbekannte Wurmspezies, deren monströse Kauwerkzeuge einen halben Kontinent zum Einsturz bringen können. Dem Meeresbiologen und Schöngeist Sigur Johanson schwant Übles: Die gesamte Meeresfauna und -flora scheint sich ferngesteuert gegen die Menschheit zu wenden. Ein wissenschaftliches Dreamteam nimmt den Kampf auf.
    (US) Das Buch habe ich schon gelesen, als es noch nicht in den Top 10 von Spiegel und Co. war. Die Faszination des Buches liegt in der sehr gut recherierten Darstellung der Probleme der heutigen Weltmeere. Vieles kann man, wenn man sich dafür interessiert, im Internet exakt nachlesen. Schätzing bringt die Ergebnisse der heutigen Meeresbiologie voll in das Buch ein. Das Institut für Meeresbiologie in Kiel spielt in diesem Roman eine große Rolle. Das kann man auch an den Danksagungen am Ende des Buches nachlesen. Einer der Kieler Professoren spielt sogar in seinem Buch mit. Schätzing hat seine Informationen von "richtigen" Wissenschaftlern. Das macht das Buch umso spannender und schürt die Angst vor den großen Umweltproblemen der Meere.

    Auch sehr gut ist der erste Roman von Frank Schätzing "Tod und Teufel"****. Ein historischer Krimi aus dem alten Köln. Allerdings habe ich eine Schwäche für historische Romane.

    Köln im Jahr 1260. Durch die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die der Erzbischof Rainald von Dassel als Kriegsbeute mitgebracht hat, hat sich in die einstmals kleine Stadt zu einem der größten Pilgerorte der Christenheit entwickelt -- einen Pilgerort zudem, den mit dem Dom eine (wenn auch unfertige) Kathedrale krönt.

    Aber nicht nur Gläubige zieht das fromme Treiben an, sondern auch Verbrecher, Strolche oder Mörder. Darunter sind eher liebenswerte Streuner wie Jacob, der aufgrund seiner roten Haare „der Fuchs“ genannt wird, aber auch wahrhaft diabolische Gestalten wie der Schatten, den Reisende schon einmal gern mit dem Leibhaftigen oder einem Wolf verwechseln. Die Wege von Fuchs und Wolf kreuzen sich, was Jacob zum Verhängnis zu werden droht. Denn ausgerechnet er beobachtet, wie jemand den Dombaumeister vom Gerüst stürzt -- und verrät sich selbst dadurch, dass im selben Moment der Ast jenes Baumes bricht, auf den Jacob zum Apfelstehlen gestiegen war. Von nun an muss Jacob um sein Leben fürchten, und nicht nur das: Jeder, mit dem er spricht, stirbt eines unnatürlichen Todes

    Der Eiscreme-König  *****        Brian Moore  

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    Belfast 1939: Der 17-jährige Gavin ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe für Gedichte und seinem Lebenshunger- und dieser Zwiespalt kennzeichnet auch seine Beziehung zu der protestantischen Schwesternschülerin Shannon. Gavin schließt sich aus Protest gegen seine irisch-nationale, katholische Familie dem örtliche Luftschutzverein an.

    (US) Besonders interessant ist die Einstellung der Nordiren zu den nicht beliebten Engländern während der deutschen Luftangriffe im 2. Weltkrieg. Von dem etwas unpassenden Titel sollte man sich nicht abschrecken lassen.

    Das Lächeln der Fortuna *****         Rebecca Gable

    Auszug von der Amazon-Redaktion: Kurzbeschreibung
    England 1360: Nach dem Tod seines Vaters, des ehemaligen Earl of Waringham, reißt der zwölfjährige Robin aus der Klosterschule aus und verdingt sich als Stallknecht auf dem Gut, das einst seiner Familie gehörte. Als Sohn eines angeblichen Hochverräters zählt er zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft. Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe - und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber.

    (US) Ein sehr guter historischer Roman, gut recheriert, bringt einem das englische Mittelalter näher. Sehr guter Schreibstil. Wenn einem das gefällt, kann man mit dem Buch "Der Hüter der Rose" (Die Wappenblume des Hauses Lancaster) die Waringham-Saga weiter verfolgen.

    Die Hüter der Rose ****
    Ehrenwirth Verlag, Bergisch Gladbach 2005, 1113 Seiten
    gebunden mit Schutzumschlag,
    ISBN 3-431-03635-X

    Fremder in einer fremden Welt *****     Robert A. Heinlein 

    (US) Ein SF-Roman, der keiner ist. Unter SF versteht man normalerweise Abenteuer auf fremden Planeten und mit Überlichtgeschwindigkeit durch das Weltall zu rasen und Abenteurer zu bestehen. Anders bei diesem Roman, den Heinlein in den 60er Jahren in einer stark gekürzten Version (wegen der amerikanischen, puritanischen Einstellung) herausgebracht hat. Die Idee zu diesem Buch entstand schon 1948. Aber nach seinem Tod 1988 hat die Witwe Heinleins 1991 die ungekürzte Fassung zum Druck freigegeben. Anscheinend war sie der Meinung, Amerika wäre jetzt reif genug für das Buch. Und es ist ein gutes Buch. Die Meinungen gehen allerdings weit auseinander . Von unmöglich bis genial reichen die Rezensionen, die ich gelesen habe. Viele Vorgänge sind aber gerade heute gut nachvollziehbar, in einer Zeit wo skrupelloser Geschäftssinn und religiöse Heilslehre (z.B. Sciencetechnologie) oft Hand in Hand gehen. Das viele Menschen sehr empfänglich für irgendwelche Heilslehren sind, ist ja bekannt. Ganz besonders in heutigen, unsicheren Zeiten.

    Kurze Beschreibung: Valentine M. Smith ist der einzige Überlebende einer gescheiterten Mars-Expedition. Von menschlichen Vorfahren abstammend und von den Marsianern aufgezogen, nennt er den roten Planeten seine Heimat und ist nach irdischen Recht dessen Besitzer (!!!!). Als er auf die Erde zurückkehrt, zeigt er sich unbedarft und ist zugleich mit dem Wissen einer uralten Rasse ausgestattet. So wird er umworben und umschwärmt, Politiker versuchen ihn ebenso für ihre Zwecke einzuspannen wie geschäftstüchtige Sektenführer. Als Valentine diese für ihn fremde und unverständliche Welt begreift, beschließt er sie nach seinen Vorstellungen zu verändern......

    Die Weltanschauungs-Dialoge (auch über Religion) , z.B. mit seinem Freund Jubal, sind streckenweise extrem gut und ihrer Zeit (1948-1961) weit voraus.

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