Cabo de Gata
Mit dem Jeep zum Cabo de Gata (Nationalpark im Süden von Spanien, Nähe Almeria)
Eigentlich wollten Reinhold und ich diese Tour mit dem Motorrad machen. Wir haben ja bereits 2001 Spanien mit unseren "Suzi´s (Suzuki Intruder VS 1400) von San Sebastian über Burgos, Madrid, Toledo nach Alicante durchquert. Aber wir konnten für mich kein vernünftiges Motorrad (Leihmaschine) in der Umgebung von Alicante finden. Also machte Reinhold einen sehr guten Vorschlag: Lass uns doch mit dem Jeep fahren! Gemacht, getan. Bei der spanischen Hitze ist ein offener Jeep natürlich das beste Fortbewegungsmittel. Außer dem Motorrad, natürlich.
Am 8.7.2006 sind wir dann von Jijona (zwischen Alicante und Alcoy) gestartet. Um die touristischen Umgebung von Alicante und Cartagena zu umgehen, sind wir vorbei an Murcia und Lorca auf der Autobahn (keine Maut) gefahren. In Vera haben wir die Autobahn verlassen.
In Garrucha erreichten wir das Mittelmeer. Das Gebiet ist touristisch erschlossen, aber es fahren überwiegend nur Spanier dorthin. Weiter an der Küstenstrasse nach Mojácar. Immer an der Küstenstrasse entlang bis nach Carboneras. Dort beginn der Nationalpark Capo de Gata/Nijar. Eine wildromantische Küste mit trockenen Bergen, die in der Sonne glühten. Die Gegend auf der Strecke nach Fernán Pérez erinnerte stark an Westerfilme. Wir erwarteten ständig irgendwelche Rothäute hinter den verfallenen, verlassenen Gebäuden oder einzelnen Gebüschen. So stellt man sich Arizona oder Mexiko vor. Überall standen die Blütenbäume der Algaven und auch die aus Westerfilmen bekannten "Rollbüsche" konnte man sehen. Dazu kein Mensch oder Auto weit und breit. Eine Panne möchte ich dort nicht haben. Unsere Gerippe wird man erst in einigen Jahren finden. Ha,ha. Das ist natürlich "leicht" übertrieben.
Von Fernán Pérez aus erreichten wir bei Las Negros wieder die Mittelmeerküste. Las Negros ist ein kleiner Fischerort mit wenigen, spanischen Touristen. Ein absoluter Geheimtip. Da wir aber weiter in Richtung Cabo de Gata wollten, sind wir über Albaricoqes nach San José gefahren. Ebenfalls ein sehr schöner Ort. Dort war allerdings für den Jeep die Fahrt zum Cabo de Gata zu Ende. Wir haben natürlich versucht noch weiter zu kommen, schließlich haben wir einen Jeep mit Allradantrieb, aber bald war auch für einen Geländewagen kein Weiterkommen mehr möglich. Also sind wir wieder zurück nach Las Negros gefahren, dort wollten wir übernachten.
Da Las Negros ein Fischerort ist, konnten wir uns gut vorstellen, dort zum Abendessen mal in Fisch zu schwelgen. Das Bild von unserer "Fischplatte" sagt alles. Übrigens, man konnte hier (und in der ganzen Umgebung) einen sehr starken, marokkanischen Einfluss feststellen. Aber Almeria mit dem Fährhafen nach Marokko ist ja nicht weit.
Nach dem Essen haben wir in einer "karibischen" Strandbar noch einen abendlichen Umtrunk gemacht. Erst ein paar Biere, dann umgestiegen auf Gin/Tonic. Dann ging dann auch noch der Vollmond auf, romantischer geht es nicht mehr. Dazu natürlich das wunderbare Meeresrauschen. Ein sehr schöner Abend.
Für die Nacht haben wir uns ein sehr schönes Zimmer ausgesucht. Sehr groß, wir hatten also Platz genug. Dazu gute Luft und Meeresrauschen inklusive. Und billig !!! Kurz gesagt, wir haben "draußen" beim Jeep übernachtet. Ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben unsere Klamotten anbehalten und natürlich auch die Schuhe. Jeder muss irgendwann nachts mal aufstehen und barfuss auf einen Skorpion zu treten, ist nicht gerade angenehm. Ganz besonders war allerdings der frühe Morgen. Gegen 7:00 merkte ich, dass es hell wurde, als ich dann aufblickte, sah ich den schönsten Sonnenaufgang meines Lebens. Reinhold ging es ebenso und geistesgegenwärtig hat er das alles fotografiert (ich glaube, er hat die Digitalcamera auch im Schlaf in der Hand). Die sehr guten Fotos geben aber nur einen Teil der Stimmung wieder. Das muss man selbst erlebt haben. Zur Morgentoilette bin ich dann ins Meer gegangen.
In Las Negro waren alle Lokale noch geschlossen, also mussten wir mit dem Frühstück warten. In Nijar am Fuße der Sierra Alhamilla (wir befinden uns bereits auf dem Rückweg) haben wir dann gefrühstückt. Kaffee und Schinkenbrötchen. Bei der Fahrt durch das Gebirge waren wir bis auf wenige Ausnahmen völlig allein. Eine urtümliche Landschaft, sonnendurchglüht und karg. Auf der Weiterfahrt über Lucainena und Los Yesos erreichten wir die Sierra de los Filabres. Ebenfalls fast menschenleer. In Albanchez, einem Ort mitten in der Sierra haben wir angehalten um etwas zu trinken. Für die Leute in der Kneipe, die Touristen hier kaum kennen, waren wir wohl das Hauptgespräch.
Gegen Mittag hatten wir die Sierra durchquert und sind zum Essen nach Albox gefahren. Dort, abseits aller Touristenströme, war das Essen (Tapas) noch gut und preiswert.
In Huércal sind wir dann wieder auf die Autobahn und zurück nach Jijona gefahren.
Es war ein wunderbarer Kurztrip in den Süden Spaniens
Anmerkung
Die wenigen Bauerhöfe in den Gebirgen sind unbewohnt und nur noch Ruinen. Auch die in vielen Generationen angelegten Terrassen für Mandelbäume und Oliven an den Steilhängen der Gebirge verfallen. Sehr schade. Die gesamte alte landwirtschaftliche Struktur in den Bergen stirbt und nicht nur im Süden, sondern in großen Teilen Spaniens. Die Mandeln kommen jetzt aus Kalifornien und die Oliven werden auf großen Feldern angebaut und geerntet. Ist das richtig so ? Da haben die Menschen jahrhundertelang den Boden per Handarbeit aufbereitet und in einer Generation ist alles kaputt. Kann man das zulassen, was macht die EU?
Für alle Fotos auf dieser Website: © R.Distelkamp






























