Golf von Neapel
Einmal Neapel, Capri, Sorrent und den Vesuv sehen, einmal die Küste Costa Divina ("Die göttliche Küste") schauen. Das Gebiet Italiens mit so weltberühmten Lieder wie "O Sole Mio.", "Funicula", "Wenn auf Capri die rote Sonne.." und so weiter einmal sehen. Und natürlich mal auf dem Vesuv stehen. Diesen Wunsch haben wir uns im Juni 2006 erfüllt.
1. Tag Mit dem Flieger von Hannover nach Neapel und dann mit dem Bus nach Castellamare di Stabia (dem früheren Stabiae) ins Hotel "Stabia***. Der Ort liegt sehr schön direkt am Golf mit einem wunderbaren Blick auf Neapel und den Vesuv. Auch Stabiae wurde bei dem schweren Vesuvausbruch 79 n.C. schwer zerstört. Einen Rundgang durch die Stadt hat uns dann richtig auf Italien eingestimmt.
2. Tag Ausflug nach Capri
Am frühen Morgen sind wir mit dem Schiff (1938 in Memel gebaut) über Sorrent nach Capri gefahren. Schon aus der Ferne war gut zu erkennen, wie schön Capri sein muss. Das hat auch schon der römische Kaiser Tiberius erkannt und hat dort seine Sommerresidenz gebaut. Vom Schiff in den Bus und dann in halsbrecherischer Fahrt rauf nach Anacapri(Oberstadt). Um das Ganze abzurunden, per Seilbahn auf den Monte Solaro. Der Ausblick war atemberaubend. Im Hintergrund des Bildes sieht man die Halbinsel Sorrent. Anschließend haben wir eine Bootsfahrt um die Insel gemacht. Sehr empfehlendwert. Die Blaue Grotte haben wir nicht besucht, da der Aufenthalt nur ca. 3 Minuten dauert. Dafür dann ca. 20 € ausgeben, war uns doch zuviel. Gegen 17:00 Uhr sind wir dann wieder mit dem Schiff nach Castellamare zurück gefahren. Fazit des Tages: Eine schöne Insel, aber viel zu viel Touristen und zu teuer. Es fahren ca. 13000 Touristen täglich auf die kleine Insel Capri. Die Aufnahmemöglichkeit von Capri kann diesen Ansturm nicht verkraften. Helgoland im Sommer ist gar nichts dagegen.
3. Tag Busfahrt zur Amalfiküste
Nicht ohne Grund nennt man die Küste Costa Divina ("Die göttliche Küste"). Es ist dort einmalig schön. Aber der Touristenansturm ist dort ähnlich wie auf Capri. Die Touristenbusse müssen sich lange vorher bei der Polizei anmelden und dürfen nur die Strecke als Einbahnstrasse von Sorrent über Positano, Amalfi nach Salerno fahren. Parkplätze und Aussichtplätze - und die sind an der Steilküste natürlich rar - dürfen nur angefahren werden, wenn nicht mehr als zwei Busse dort stehen. Ansonsten muss man weiterfahren. Das Gleiche gilt für die Ortsdurchfahrten. Wenn zwei Busse im Ort sind, müssen die anderen Fahrzeuge warten. In Amalfi hatten wir Zeit für eine Bootsfahrt entlang der Küste. Dann ging es weiter mit dem Bus an dieser Traumküste entlang bis nach Salerno (Landeplatz der Amerikaner im 2. Weltkrieg). Von dort sind wir dann über die Autobahn zurück nach Castellamare. Fazit des Tages: Wunderschön, aber die Touristenkapazität ist um 500 % überschritten. Im Grunde kann einem das Land der Zitronen leid tun.
4. Tag Pompeji und Vesuv (1281 m)
Das Thema Vulkanausbruch am 24.8.79 n.C. mit der Zerstörung von Pompeji, Herculaneum und Stabiae ist so umfangreich, dass ich an dieser Stelle unmöglich darauf eingehen kann. Ich weise nur in wenigen Sätzen darauf hin.
Auf diesen Tag habe ich mich besonders gefreut. Genau genommen war das für mich der Hauptgrund dieser Reise. Die Fahrt von Castellamare nach Pompeji dauerte nicht lange. Auch hier wird der Besucherstrom durch langfristige Anmeldungen der Reiseveranstalter geregelt. Gut so. Man konnte sich deshalb einigermaßen frei bewegen. Mit unserer guten Reiseführerin konnten wir eine schöne Besichtigung der gut erhaltenen Ruinen machen. Beeindruckend. Das Thema Pompeji sollte man am Besten in einschlägiger Literatur nachlesen. Das habe ich vorher (und nachher) getan, mit dem Ergebnis, dass ich die Fülle an historischen Eindrücken besser verstehen konnte.
Leider hatten wir nur ca. 3 Stunden Zeit in Pompeji, dann ging es weiter mit dem Bus zum Vesuv. Allein die Anfahrt war schon den Besuch wert, man hatte einen wunderbaren Ausblick auf den Golf und Neapel. Außerdem konnte man die erkalteten Lavaströme des letzten Ausbruchs 1944 sehen. Erst nach ca. 100 Jahren erobert die Natur das Gebiet der Lavaströme wieder. Vom Busparkplatz bis zum Gipfel (ca. 260 Höhenmeter) muss man laufen. Bei über 30 ° C im Schatten eine anstrengende Angelegenheit. Aber es hat auch einen großen Vorteil, es sind nicht mehr so viele Menschen auf dem Gipfel. Es war ein merkwürdiges Gefühl, an dem Kraterrand zu stehen. Man kann sich dann vorstellen, was passiert, wenn dieser Vulkan wieder ausbricht. Es soll einen 70 Jahre Rhythmus geben. Wenn das stimmt, dann wird der Vesuv in den nächsten Jahren wieder aktiv. Laut Aussage der Reiseführerin ist der Vesuv der am besten überwachte Vulkan der Welt. Es gibt eine 48 Stunden-Vorwarnung, dann muss das Gebiet Neapel mit über 3 Mio. Einwohnern evakuiert sein. Wenn es funktioniert, dann ist es eine logistische Meisterleistung. Alle diese Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn man in den Kraterschlund blickt und erahnt, welche Urkräfte der Natur hier im Spiel sind. Die Leute nennen das Land um den Vesuv "Campania Felix (Glückliches Land) wegen der großen Fruchtbarkeit, hervorgerufen durch den Vulkan. Was haben die Menschen doch für eine positive Einstellung im Schatten des Vulkans. Beeindruckend.
Fazit des Tages: Ein absolutes Highlight
5. Tag Sorrent und Neapel und Weiterfahrt zum Strandhotel
Heute mussten wir unser Zimmer in Castellamare verlassen und die Koffer im Bus verstauen. Erst ging die Fahrt nach Sorrent. Vom Schiff aus konnten wir auf unserer Caprifahrt Sorrent bereit sehen, heute haben wir eine Stadtbesichtigung gemacht. Ein sehr schöner Ort, aber wie überall, zu viele Besucher. Aber hier war es nicht so extrem.
Dann weiter nach Neapel. Parken am Castell Nuovo. Natürlich kann man nicht in ein paar Stunden eine so große Stadt wie Neapel kennen lernen, aber der Eindruck war positiv. Eben eine italienische Stadt, voll Hektik, Autoverkehr, aber auch ruhige Gassen mit Wäscheleinen von Haus zu Haus. Wir hatten auch noch Zeit, eine echt neapolitanische Pizza zu essen. Die Pizza soll ja in Neapel erfunden sein. Nach dem Besuch der Galleria Umberto I und des königlichen Palastes sind wir mit dem Bus hinunter zum Hafen und zum Yachthafen gefahren. Von hier aus konnte man das Castell dell´Ovo sehr gut sehen. Für Neapel müsste man eine Woche Zeit haben. Dann weiter zu unserem Strandhotel "Domizia Palace"**** in Baia Domizia.
Fazit des Tages: Nur ein paar Stunden sind für Neapel zu wenig, aber besser wenig, als überhaupt nicht.
6. und 7. Tag Baia Domizia (Nordwestlich von Neapel)
Dort haben wir uns dann zwei Tage am Strand von den Strapazen der Kultureindrücke erholt. (War langweilig, ich wäre lieber zwei Tage in Neapel geblieben)
Fazit der ganzen Reise: Jeder weiß dass ich kein großer Freund von organisierten Reisen bin, aber Pompeji und der Vesuv haben sich wirklich gelohnt. Nach Capri und Umgebung werde ich kein zweites Mal fahren. Ich habe es jetzt gesehen und das war´s. Das liegt aber ausschließlich an dem touristischen Massenandrang, dem ich mich nur ungern anpasse.
Aber auch ich war ja einer von diesen unzähligen Touristen. Also meckere nicht, Uwe Steen.
Für alle meine Fotos auf dieser Website: © Uwe Steen/usteen











































