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Rheine-Bonn Radtour 2006
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Rheine-Bonn Radtour 2006

( 19.7. - 22.7.2006) 330 Kilometer

Diese Tour gehörte schon lange zu meinen Favoriten. Also plante ich von Großefehn bis nach Basel ?? oder wohin auch immer zu fahren. Da ich kein Zeitproblem habe, wollte ich den Rhein solange aufwärts fahren, bis ich keine Lust mehr habe oder das Wetter schlecht wird. Ich träumte von Rheinromantik und gutem Wein und wunderschönen Landschaften.

Aber es kam ganz anders.......

1. Tag (19.7.2006)  Rheine - Senden  93 km

Da ich den Dortm.-Emskanal (siehe Tour Dortm.-Emskanal)  schon bis Münster gefahren bin und auch Teilstrecken mehrfach abgeradelt bin, habe ich mich von Elke mit dem Auto bis nach Rheine bringen lassen. Von dort dann den Kanal in Richtung Ruhrgebiet. Diese Strecke ist sehr schön und auch bis auf ein paar Kanalbaustellen sehr gut befahrbar. Allerdings hat mir die Hitze (über 30°) doch sehr zu schaffen gemacht. Der Kanal war - besonders im Raum Münster - eine einzige Badeanstalt. Tausende von jungen Leuten bevölkerten die Ufer und ich hatte oft Mühe, ohne Unfall den Radweg zu befahren. Gegen 18:00 Uhr kam ich am Campingplatz in Senden an. Dann hatte ich das Problem, dass die Innentemperatur des Zeltes wohl 45-50° betrug. An erholsamen Schlaf war nicht zu denken.

        

2. Tag (20.7.2006) Senden - Duisburg 110 km

In Senden bin ich extra früh aufgestanden, um die Morgenkühle noch zu nutzen. Dann Richtung Datteln immer am Kanal entlang. Abstecher zur schönen Stadt Lüdinghausen. In Dattel musste ich eine Entscheidung treffen: Fahre ich den Rhein-Herne-Kanal oder den Wesel-Datteln-Kanal? Ich habe mich für den Rhein-Herne-Kanal entschieden. Im Rückblick habe ich wahrscheinlich eine falsche Entscheidung getroffen.

Die Hitze wurde sehr schnell unerträglich. Meine Tagesration an Getränken war 7-8 ltr. Außerdem wurde der Radweg entlang dem Rhein-Herne-Kanal immer staubiger und unansehnlicher. Bis auf einige Strecken musste ich ständig um irgendwelche Industrieanlagen und verlassene Häfen fahren. Das nennt sich dann "Radtour der Industriekultur". Die Beschilderung war streckenweise äußert mangelhaft, was einige unangenehme Umwege zu Folge hatte. Zeitweise bin ich der Route "Emscher Park Radweg" gefolgt. Der Fluss Emscher ist eine in eine Betonrinne gepresste Kloake. Nein danke. Natürlich gab es auch ein paar schöne Strecken, z.B. am Gasometer Oberhausen vorbei. Mein Fahrrad war am Abend nicht mehr schwarz-silber, sondern mit einer dicken lehmfarbigen Staubschicht überzogen. Endlich in Duisburg. Am Zusammenfluss von Ruhr und Rhein-Herne-Kanal ist es sehr schön und die Radwege sind perfekt. Da es in Duisburg keinen Campingplatz gab (und ich nach der Erfahrung von Senden auch nicht unbedingt zelten wollte) habe ich in einem  Etap-Hotel übernachtet. Bevor ich mich im Hotel eingecheckt habe, musste ich an einer Tankstelle mein Fahrrad mit dem Hochdruckreiniger säubern. Dafür durfte ich auch mein Fahrrad mit aufs Zimmer nehmen.

        

3.Tag (21.7.2006) Duisburg - Düsseldorf/Köln - Bonn  107 km

Bei Duisburg habe ich erst mal den Rhein überquert und bin dann Richtung Düsseldorf weitergefahren. Wieder extrem hohe Temperaturen. Die 35° waren schon um 10:00 Uhr erreicht und es wurde noch heißer. Wieder wechselten schöne Rhein-Radwege mit großen Industrienlagen und Logistikzentren. Ehrlich gesagt, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. In Düsseldorf bin ich dann zum Bahnhof  und mit der S-Bahn nach Köln gefahren. Die Industrieanlagen von Leverkusen usw. wollte ich mir nicht antun. In Köln wollte ich vom Domplatz zum Rhein, aber durch den U-Bahn-Bau waren die Wege zum Rhein alle unpassierbar. Also musste ich mich mit dem Fahrrad und Gepäck über eine Nottreppe  zum Rhein herunterquälen. Das alles bei fast 40°. Die ersten Kilometer am Rhein Richtung Bonn waren gut und meine Laune wurde besser. Bis ich dann nach Wesseling kam. Wieder ein riesiges Industriegebiet. Lkws, Hitze, schlechte Beschilderung, es bringt keinen Spaß mehr. Gegen 18:00 Uhr kam ich in Bonn bei meinem Freund Detlef total ausgepumpt  an.

        

4. Tag  20 km

Um 9:30 Uhr bin ich dann von Bonn in Richtung Koblenz losgefahren. Nach ungefähr 10 km sah ich eine Temperaturanzeige an einer Apotheke mit 36°. Und das um 10:00 Uhr. Da kam mein Entschluss: Ich höre auf. Die ganze Fahrt war nur eine einzige Quälerei. Eigentlich soll so eine Radtour doch Freude machen, aber bei diesen Temperaturen (trotzt meiner "Leidensfähigkeit") ist das kein Spaßtrip mehr.  Also Schluss. Ich bin dann zum Bahnhof Bonn gefahren und (Zufall) 15 Minuten später saß ich im IC nach Norddeich Mole. In Leer hat mich dann Elke abgeholt.

Für alle meine Fotos auf dieser Website: © Uwe Steen/usteen

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